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06.04.2017 Zirkus Roncalli meets Cambodia

Geschrieben im Karma Traders in Kampot

Natürlich wieder Frühstück im HOC. Die Mittagshitze haben im Hostel gekonnt abgewartet und pünktlich um 17 Uhr sind wir zum Phare Bonleu Circus, einem ebenfalls solidarisch orientierten Projekt mit französischer Unterstützung, gefahren. Hier bekommen Kinder aus sehr armen, ländlichen und daher ungebildeten Verhältnissen die Möglichkeit den Kindergarten, Primary und Secondary School sowie die High School zu besuchen und sich im Schwerpunkt von Musical Arts (Circus, Music, Arts und Dance) zu vertiefen. Viele Kinder bekommen so die einzige Chance von Bildung, um ggf. aus der Armutsspirale zu entkommen.

Dreckiges Wasser fließt mitten durch die Dörfer (Hinweg zum Zirkus)
Die Ausstellung der Kinder und Jugendlichen
Zeichnungen aus dem Bereich Graphical Design
Arbeiten der Älteren
Der Protagonist aus der Stadt – rechts im Bild sein Vater ,der Landwirt.
Schüler der Musikschule sorgten für spannende Untermalung der Geschichte
V.r.n.l.: Vater, Sohn vom Land und der große Bruder aus der Stadt bei einem gemeinsamen Bier
Eine 2,5m hohe noch nicht fertiggestellte Faust. Die Bedeutung ist frei interpretierbar

Um 21 Uhr kamen wir noch im HOC Café und durften tatsächlich noch unser Essen bestellen. Es war ein gelungener Tag!

05.04.2017 Der Bamboo-Train

Es gibt ja für sehr viele Themenbereiche ein eigenständiges Lexikon. Jedipedia für Star Wars,  Wookiepedia,  DisneyWiki und und und. Für uns Backpacker gibt es WikiTravel, ein interaktives Lexikon mit wichtigen und unnützen Informationen über gefühlt jeden Ort auf dem Planeten. Über eben diese Seite fanden wir ein kleines unscheinbares Café für unser Frühstück. Hope of Children (HOC) fördert Waisenkinder und HIV infizierte. Die lokale Organisation wurde 1992 gegründet. Für Interessierte, hier der passende Link: http://ept1961.wixsite.com/volunteercambodia

Diese Informationen hatten wir vor dem Eintreffen im HOC nicht. Wir wussten nur so viel: Für 3$ gibt es ein Frühstücksbuffett. Ein so viel versprechendes Angebot konnte nicht unausprobiert bleiben. Und tatsächlich, bekamen wir für 3$ ein frisches Omelette mit Gemüse und konnten so viel von Müsli, Joghurt, selbst gebackenen Brötchen, Obst und Marmelade essen. Es war so unglaublich lecker und wir freuten uns so, weil wir zugleich etwas Gutes mit unseren 3$ taten. Wir hatten volle Bäuche und die Kinder 9$ mehr :D.

Glückliche Gesichter bei einem fulminanten Frühstück

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DAS Café in Battambang

Gegen Nachmittag sprangen wir auf unsere Roller und machten uns auf zum einzigen Bahngleis in Kambodscha. In den 80er Jahren hat es die großen Städte mit einander verbunden und diente den Bauern als Transportmöglichkeit für ihre Ernten. Heute ist der Zustand der Schienen so miserabel, dass nur noch bezahlende Touristen durch die Landschaft gefahren werden :D.

Mutter und Sohnemann auf dem Weg nach Hause
Gegenverkehr bedeutet…
Absteigen und Weg frei machen

Der „Zug“ ist ganz simpel aufgebaut. Auf zwei losen Achsen wird die oben sichtbare Holz- und Bambuskonstruktion auf  4 Lager gelegt. Diese liegen in kleinen Führungsschienen. Der Zahnriemen wird vom Fahrer um den Rasenmähermotor gelegt und treibt die hintere Achse an, wenn gewollt auf bis zu 40km/h. Auf diesen Schienen fühlt sich 40 an wie 100km/h.

Per Anhalter durch Kambodscha – Kahti und Nora warten auf den Gegenverkehr
Was darf es noch sein für die beiden Prinzessinnen? ’nen Sekt vielleicht?

Nach der netten Rumpelfahrt und einer Diskussion mit einer 11 oder 12 Jährigen (Die Kinder in dem Dorf, in dem wir einen Stop machten, wollten natürlich ihre selbst gemachten Armbänder verkaufen. Zwei kleine Jungs, vielleicht 9 Jahre alt und dieses ältere Mädchen. Einer der beiden Jungs schnappte sich Kathi und nagelte sie fest, sofern sie Bändchen kaufen sollte, diese bei ihm zu kaufen. Der Andere war ein wenig schüchterner und hielt sich mit seinen Arbeiten im Hintergrund. Wir schlenderten für 10 Minuten durch das Örtchen. Die 3 Freunde immer im Schlepptau. Ich konnte die Augen des zurückhaltenden Jungen nicht ertragen und so kaufte ich von ihm für 1$ 3 Bändchen ab, Kathi von dem anderen kleinen Jungen, dem sie auch versprochen hatte. Das Mädchen wurde richtig frech und beleidigte mich am Ende sogar, weil wir keine Bändchen abgekauft haben. Ich fragte sie, ob sie sich auch 6 Armbänder kaufen würde und weshalb sie so aufdringlich sei. Ich kann verstehen, dass sie etwas verkaufen will, aber die kleinen Jungs, die uns nicht so belagerten, hatten die bessere Strategie.) fuhren wir noch zu einer Gedenkstätte für den Genozid Pol Pots und seiner Khmer Rouge. In einer Höhle hatten die Khmer Rouge tausende Menschen umgebracht.

Eine Gedenkstätte erinnert heute an die Morde in dieser Höhle
Ein Gemälde einer Einheimischen erzählt die Geschichte

Lange hielten wir uns in diesen Höhlen nicht auf. Die Geschichte Kambodschas ist unglaublich grausam und zerstört jede gute Laune. Da wir uns in Phnom Penh noch intensiv mit der Herrschaft Pol Pot’s und der Khmer Rouge beschäftigen werden, belasse ich es hierbei.

Den Abend verbrachten wir im HOC.