28.03.2017 Die Nord-West-Expedition

Geschrieben auf Pho Quoc im Antinoh Hostel

Nach einer angenehmen Nacht im 8er Dorm und einem Frühstück machten wir uns auf den Rollern in Richtung Norden auf, nicht ganz parallel zur Küste, aber mit gelegentlichen Blicken auf den Golf von Thailand. Die Fahrt stimmte uns alle sehr nachdenklich, denn auf dem Weg zu unserem ersten Stopp (Mango Bay) passierten wir unzählige Blechverschläge der Einheimischen mit einem kleinen Häufchen brennenden Plastikmülls im „Vorgarten“. Müll; überall am Straßenrad finden sich kleine, aber auch meter hohe Müllberge.

Der Hausmüll einer Kleinfamilie

Gesammelte Müllreste werden zusammen auf einen großen Haufen geworfen. Die Menschen haben kein Empfinden für ihre Unachtsamkeit und die weitläufigen Schäden, die sie damit erzeugen. Alles wird auf den Boden geworfen. Nicht nur auf den Straßen, sondern besonders die Strände und das Meer sind überfüllt mit Kunststoffresten. Ich habe mir vorgenommen etwas dagegen zu unternehmen. Noch habe ich keine konkrete Idee, aber die kommt schon noch! Nur so kann es nicht weitergehen. Die Krönung war dann eine riesige, ich würde tippen fußballfeldgroße schwelende Müllkippe. Beißender schwarzer Rauch lässt die Augen auch nach nur ein paar 100 Meter Rollerfahrt tränen. Die Menschen in der Umgebung bzw. auf der Müllkippe können doch gar nicht gesund sein?!

Hier und da ein wenig Müll
Hier hat niemand einen Saunaaufguss gemacht 😀
Nur ein kleiner Ausschnitt

Zudem kommt, dass wir als Touristen, nicht nur die Westlichen, sondern auch die Asiaten mit dicken Portemonnaies diesen Müllberg sowie die umweltverschmutzende Art des Neubauens von Resorts durch die steigende Nachfrage an Urlaubsparadiesen befeuert. Wir sollten uns mal überlegen, ob Reisen in diese Länder notwendig sind, sofern man seinen Urlaub nur im schön sanierten, müllbefreiten Resort verbringt. Wir haben es heute noch erlebt. Wir kamen an einen Strand mit Einheimischen. Müll wohin das Auge reicht. Auf der einen Seite schaut man vor eine graue Mauer. Es ist eine Außenmauer eines Resorts, welche das Unangenehme, Ekelige, Dreckige, was vielleicht im Jahresurlaub zu unbequemen Fragen führen könnte, einfach ausblenden soll! Aus den Augen, aus dem Sinn. Wir weisen schon jede uns offerierte Plastiktüte zurück, die zu jeder gekauften Frucht mitgegeben wird! Wir sollten unser Konsumverhalten dringend ändern, die Menschen hier gehören aufgeklärt. Falls sie es schon sind, muss ihnen mal jemand kräftig auf die Finger schlagen. Aber bekanntlich stinkt der Fisch am Kopf. Die Politiker der Länder sollten sich diese Problem mal zur Brust nehmen! 

Eine neue Resortanlage: Haus, an Haus, an Haus, an Haus…
Stahltransport in Vietnam
Fahren mit Helm ist Pflicht. Ein sicherer Beifahrersitz nicht

Wie gesagt, nach der Fahrt kamen wir am Mango Beach an, einem Resort Strand. Sauber also. Wir verbrachten dort 2h mit Turnen, lesen, schnorcheln und Gedanken, die die Welt sehr wohl braucht (Atlas der Globalisierung 2015. Danke, Didä für dieses Heft!).

Lesen? Nein, wir suchen nach bekannten Buchstaben 😉
Ein schönes Fleckchen Erde…im Resort!
Herrlisch

Nach einem Mango- und Gurkensalat beim hiesigen Imbiss fuhren wir weiter zum Peppercorn Beach. Aber auch hier. Same Same. Der Ghan Dao Beach war auch vermüllt. Nach einer kleinen Off-Road Tour über den tiefen Strand kamen wir zu einem weiteren Resort Beach. Dieser war einladend und wir genossen bei einer fruchtigen Wassermelone einen Sonnenuntergang. Den Abend ließen wir bei einem leckeren Essen ausklingen und fielen müde und nachdenklich in die Kojen, der Regen trommelte auf’s Dach.

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