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12.04.2017 Unglaubliche Natur im Bokor Nationalpark

Schorsch machte sich schon um 8 Uhr erneut zum Mechaniker auf, weil dieser trotz 50$ Bezahlung, die abgesprochenen Reparaturen nicht erledigt hatte. Angeblich ist er der beste Mechaniker der Stadt, aber bisher springt Schorsch’s Moped zwar besser an, aber alle anderen Probleme sind nicht behoben worden. Nachdem wir bis 9:30 Uhr geschlafen hatten, am Vorabend gab es Live-Music bis spät in die Nacht, trafen wir uns um 11 Uhr zum Frühstück im Sisters 2. Gegen 14:30 Uhr fuhren Kathi, Nora und Ich in den Bokor Nationalpark. Die Strecke mit 1000 Höhenmetern bestand aus einer frisch geteerten Straße und unglaublich vielen Kurven. Ein Traum für Motorradfahrer. Ich denke, diese Straße ist die beste in ganz Kambodscha. Der Grund dafür ist simpel: Sie wurde nicht von Kambodschanern gebaut, sondern von Chinesen😃. Oben auf dem Berg gibt es ein riesiges Resort inklusive Casino, betrieben von Chinesen und nur für dieses Resort wurde extra eine Straße durch den Nationalpark gezogen. Unglaublich waren wieder die zahlreich begonnenen Bauten, bei denen Fundamente aus der Erde ragen, aber einfach nicht zu Ende gebaut werden/wurden. So auch das „Old Casino“, welches wie ein Geisterhaus oben auf einem Hügel gebaut wurde und nie in Benutzung war. Weiter ging es Richtung „500 Rice Fields“. Wir erwarteten einen Ausblick auf zahlreiche Reisfelder, welche sich jedoch als eine Art Steinformation herausstellten, die angeordnet waren wie Reisfeldterassen. Trotzdem hatten wir einen unglaublichen Ausblick auf den Nationalpark, der bis auf das Resort und die angefangenen Bauten, unberührt blieb.

Abends gönnten wir uns eine Pizza im „Ciao“ und fielen danach zufrieden ins Bett. Am nächsten Tag sollte es für uns um 10:30h weiter nach Sihanoukville gehen.

11.04.2017 Splish, Splash!

Geschrieben im Karma Traders in Kampot

Frühstück im Sisters 2, um 10 Uhr waren wir im Arcadia, einem schönen Wasserpark am sauberen Teil des Flusses. So steht es tatsächlich auf der Homepage 😃. Für 5$ kann man sich auf ganz unterschiedliche Arten auf der Wasseroberfläche zerlegen. Eine Wasserrutsche, ein riesen Wasserkissen (zwei springen drauf, einer fliegt durch die Gegend 😃), eine Russian Swing und für die gemütlicheren gab es eine Plattform zum Entspannen in der Mitte des Flusses. Wir hatten einen heiden Spaß an diesem Tag.

Leider nur Screenshots aus Videos, da wir zu beschäftigt waren Fotos zu machen 😀

Unser Abendessen nahmen wir an unserem Stamm-Street-Food-Stand zu uns. Der Abend brachte Live Musik im Hostel.

10.04.2017 Da, wo der Pfeffer wächst

Geschrieben im Karma Traders in Kampot

Frühstück im Sisters 2, Mittagshitze abgewartet und gegen 15 Uhr (ohne Schorsch) zur „La Plantation“, Kampots größter Pfefferfarm, aufgebrochen. Schorsch hatte sich am Vortag im Schatten beim Basteln den Rücken verbrannt und wollte ihn für den Fun Tag im Arcadia schonen. Der Weg zur Plantage war schon wieder ein Ereignis für sich. Sowohl die „Straßen“ dorthin, als auch die Natur, die uns erwartete. Seht selbst:

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Abends gabs dann original chinesiche Dumplings und Fresh Noodles, die vor unseren Augen zubereitet wurden.

09.04.2017 Ein Ausflug zur Fish-Island

Geschrieben im Karma Traders in Kampot

Frühstück im Ellies. Schorsch war unter dessen mit seinem Moped unterwegs Teile kaufen. Als wir zurückkamen bastelte er fleißig im „kühlen“ Schatten des Hostels. Wir quatschten eine Weile und brachen gegen 15 Uhr, wie in guten alten Zeiten auf zur Fish Island. Auf dem Weg dorthin passierten wir bereits geerntete Salzfelder. Der Ausblick war traumhaft. Die Natur hier lässt einen immer wieder stauen. Am Ende der Insel hatten wir dann einen schönen Ausblick auf das offene Meer und fuhren im Sonnenuntergang wieder Richtung Hostel.

Abends gabs im Karma Traders das tägliche Familydinner bei dem man sich nachmittags anmelden konnte, um dann abends gemeinsam zu essen. Es gab eine leckere spanische Caspaccio mit Reis und Salat. Seeeeehr lecker 😊.

Danach ließen wir den Abend bei Super Mario Card auf einem Old School Nintendo 64 ausklingen.

08.04.2017 Killing Fields und S21 – Sprachlos, hilflos, unglaublich

Geschrieben im Karma Traders in Kampot

Für diesen Tag fehlen mir leider die Worte und ich muss mich wirklich überwinden die folgenden Photos hochzuladen. Für alle weiteren Informationen verweisen ich auf das Internet. Der Besuch der Killing Fields und des Gefängnisses S21 sind uns sehr nah gegangen. Wir müssen ehrlich gestehen, dass wir, bevor wir die Museen besuchten, nicht wirklich eine große Ahnung hatten, was in Cambodia in den 70er Jahren passiert war. Man wusste zwar, dass viele Menschen umgekommen sind, dass aber fast zwei bis drei Generationen eines Volkes von einem eigenen Landsmann, mit unfassbar dummer Ideologie, ausgelöscht wurden, war uns nicht bewusst. Kurz erklärt: es handelte sich um eine „mörderische Agrarstaatsutopie“, bei der jeder Bürger und jede Bürgerin auf das Land geschickt wurde und dazu beitragen sollte einen Nahrungsmittelüberschuss zu produzieren. Geld wurde abgeschafft und war nichts mehr wert. Die in der Stadt lebenden Menschen wurden vertrieben und musste jeden Tag mindestens12 Stunden auf Feldern arbeiten. Gelehrte, Brillenträger oder diejenigen, die eine andere Einstellung hatten bzw. dazu verdächtigt worden waren, wurden in Gefängnissen gefoltert oder auf den sogenannten Killing Fields brutal ermordet. „Von den Wurzeln bis zur Krone“ war dabei eines der Mottos von Pol Pot, womit deutlich wird, dass auch Säuglinge, Kinder, Frauen getötet wurden, damit sich später niemand an den Roten Khmer rächen kann. Wer sich tiefergehend informieren möchte:

https://www.welt.de/geschichte/article139682955/Pol-Pots-Wahn-forderte-taeglich-1400-Menschenleben.html

http://www.planet-wissen.de/kultur/asien/kambodscha/pwiedierotenkhmer100.html

Es ist kaum zu glauben, dass das erst 40 Jahre her ist…und noch unglaublicher ist, dass sowas heutzutage immer noch vorkommt.

Killing Fields, eines der hunderten Killing Fields in ganz Kambodscha. Hier wurden tausende von Menschen grausam ermordert, nachdem sie im Foltergefängnis S21 inhaftiert waren.

DIe Massengräber sind heute noch zu sehen. Damals waren sie bis zu 10 Metern tief und mit Todesopfern gefüllt.
Die Schandtaten sind auf Bildern visualisiert worden.
Hier seht ihr die Stupa in vollem Umfang. Auch von weitem sind die Schädel schon zu sehen.
Tausende von Schädel werden aufgebahrt, um den Opfern zu gedenken und den Genocid nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Die Stupa wurde gebaut, um den Opfer zu gedenken. In ihr sind tausende von Schädel und Knochenreste gelagert die bisher gefunden wurden. Die Schädel wurden alle von WissenschaftlerInnen ausgemessen und beforscht, um die Todesursachen reproduzieren und alles nachvollziehen zu können.
Hört sich makaber an…ist aber leider Tatsache.
Dieser Baum hat mich (Kathi) dann entgültig fertig gemacht…ich kann es kaum ausschreiben, aber die Wärter haben hjer Kleinkinder und Säuglinge gegen den Baum geschlagen und getötet. (Wie im Text genannt…“Von den Wurzeln bis zur Krone“)
In diesem Massengrab fand man mehr als 100 Frauen und Kinder, die alle nackt waren. Man muss dazu sagen, dass die kambodschanischen Frauen sich nie nackt zeigen und eine sehr ausgeprägte Scham haben. Man wollte ihnen neben dem Leben auch vor dem Tod die letzte Würde nehmen…
Um ihr Mitgefühl auszusprechen haben viele Besucher Armbänder an diesen „Killingtree“ gehangen.
Dies sind Überbleibsel, Stoffreste usw. der Opfer des Genocids, die in den vergangen Jahren immer wieder an die Oberfläche geraten und von den Grabwächtern aufgesammelt wurden.
Die Massengräber wurden überdacht. Immer wieder finden sich jedoch nach Regenfällen Knochen, Zähne und weitere Überbleibsel der Opfer im Sand.
In diesem Massengrab wurden 166 Opfer ohne Kopf gefunden.
Kaum zu glauben und doch wahr…
Jeder saß für sich alleine und hörte dem Audioguide zu.
Dieser kleine Teich soll die Möglichkeit bieten sich zurück zu nehmen und den Erklärungen des Audioguides zuzuhören. Man vermutet darunter weitere Massengräber.

S21 – ein ehemaliges Schulgebäude, welches als Foltergefägnis missbraucht wurde. Was die Roten Khmer aus den Insassen herausfoltern wollten, ist uns bisher nicht klar…

Im Schatten der Bäume hörten wir dem Audioguide zu und versuchten zu verstehen, was in dieser ehemaligen Schule vor ca. 40 Jahren geschehen war.
Diese Gitter wurden angebracht, nachdem einige der Insassen suicid begangen haben und von den Balkonen der Gebäude gesprungen sind, um der Folterei zu entkommen.
Nur eines der Foltergeräte, die die Khmer Rouge verwendeten, um Informationen aus ihren Opfern herauszubekommen. Sie wurden dan den Armen, die hinter dem Rücken zusammen gebunden wurden oben an den Galgen gehangen (siehe Figur im Vordergrund) und danach mit den Köpfen in die Tonschalen gesteckt, die mit Fäkalien und altem Wasser gefüllt waren. Grausam.
Diese Regeln mussten eingehalten werden…
Anblick des Schulgebäudes von außen.
Als damals die vietnamesischen Truppen Phnom Penh einnahmen und die Khmer Rouge flohen, fand man noch 14 letzte Opfer in dem Gefängnis. Als Symbol für alle ermordeten Kambodschianern hat man für sie 14 Gräber im Innenhof des S21 gebaut.

 

Um 16 Uhr ging unser Bus nach Kampot zu Schorsch. Er wartete dort im Karma Traders Hostel auf uns. Wir freuten uns, die Reisegruppe für zumindest ein paar Tage wieder zu vereinen. Gegen 20 Uhr schlugen wir in Kampot auf und der kleine, quadratische, rothaarige Zwerg begrüßte uns herzlich. Es war wirklich schön die Reisefamilie beisammen zu haben.

07.04.2017 Mulmiges Ankommen in Phnom Penh

Geschrieben im Karma Traders in Kampot

Abfahrt um 8 Uhr nach Phnom Penh. Dort kamen wir leider erst gegen 16 Uhr an, weshalb wir den Museumbesuch auf den kommenden Tag verschoben. Phnom Penh ist eine Stadt für sich. Wir haben von einigen Backpackern verrückte Geschichten über die Einheimischen und deren Klaukünste gehört. Und als wir den Bus verließen, war es schon ein komisches Gefühl von vielen Tuk Tuk Fahrern belagert zu werden. Der Glückliche, der anstelle seiner verlangten 8$ für 2km zum Hostel 4$ bekam (noch zu viel) machte einen ganz verlässlichen Eindruck, aber trotzdem behielten wir unsere Sachen alle am Mann/Frau (ich bin ja Gleichstellungsbeauftragter und die Frauenquote wird in unserer Gruppe auf jeden Fall erfüllt). Nicht selten greifen Rollerfahrer oder Bettler im dichten Verkehr blitzschnell in das Tuk Tuk und versuchen Rucksäcke oder einzelne Wertsachen zu stehlen. Aus diesem Grund sind viele Tuk Tuks vergittert und bieten ein wenig Schutz vor Langfingern. Mit diesem Gefühl eine Stadt zu betreten ist unangenehm und nimmt die Lust auf Erkundungen, denn auch Handys wurden am helllichten Tag aus der Hand gerissen. Da der Tag eh so gut wie zu Ende war, genossen wir bei einem schönen Gewitter den Abend im Billabong Hostel am Pool.

10.03.2017 Adé, Björn 2.0

Nachdem wir uns am Abend mit ein paar Bier diesmal endgültig von Björn verabschieden mussten, wurden wir um 6 Uhr, geplant war eigentlich 5 Uhr, mit einem Minibus abgeholt und zum Busbahnhof gebracht. Der über den Tag fahrende Sleeping Bus sah gar nicht so verkehrt aus und wir waren nur 15 Personen im gesamten Bus. Freie Platzwahl…juhuu. Außen Hui, Innen Pfui.

Die Strecke bis zur laotisch-vietnamesischen Grenze war nochmals sehr schön. Eine kurvenreiche Strecke führte durch die Berge. An der Grenze, noch Laos, angekommen mussten wir unsere Depaturecard, welche wir bei der Einreise nach Laos erhalten hatten, abgeben. Um die Grenzstation herum tummelten sich zahlreiche Kinder, manche spielend, die Meisten aber bettelnd.  Wenn es im Erdkundeunterricht geheißen hat, manche Kinder in diesen Ländern haben keine Perspektive, wird die Bedeutung jetzt schlagartig klar. Natürlich sieht man bettelnde Kinder im TV, aber live ist es doch etwas Anderes. Offensichtlich werden die Kinder von den Eltern zum Betteln angehalten und auf Touristen angesetzt. Gegeben haben wir diesmal nichts. Der Beamte händigte uns die Pässe wieder aus und es ging zur vietnamesischen Grenze. Unsere Visa waren bereits fein säuberlich im Reisepass eingeklebt und brauchten daher nur noch einen weiteren Stempel. Wäre der Bus voll besetzt gewesen hätte die Prozedur am Schalter mit wenig motivierten Beamten Jahre gedauert. Ein Beamter verschwand sogar kurzzeitig einfach mit Kathi‘s Pass, ohne einen Hinweis. Alles verlief erfolgsversprechend und wir durften nach Vietnam einreisen. Das Buspersonal hatte zuvor beim Verlassen des Busses versichert, dass wir mit einem anderen Bus nach Hue, einer Hafenstadt, weiterfahren werden. Jeder hatte also seinen Hausstand während der Einreiseformalitäten am Mann, um ihn nach der Röntgenkontrolle einfach wieder in den gleichen Bus zu laden. Wir fragen uns einfach jeden Tag, ob die Laoten nur eine Gehirnhälfte benutzen. Nach nur 10h Busfahrt wurden wir 3 km vor dem ausgemachten Zielort Zentrum rausgeworfen. Plötzlich verstehen die Busfahrer auch kein Englisch mehr und man muss sich ein Taxi nehmen, bei dem man natürlich auch nochmal den 3 fachen Preis zu zahlen hat. Hat man eine Wahl? Nope;) also rein ins Taxi und für 7 Dollar ab zum Hue Amazing Homestay. Dort wurden wir das erste mal sehr herzlich empfangen. John und seine Familie betreiben das Hostel und servieren ihren Gästen ein kühles Bier oder einen warmen Tee mit frischem Obst. Während die Zimmer noch ein wenig gereinigt wurden, plauderten wir. John zeigte uns ein Notizbuch mit zahlreichen Empfehlungen von Reisenden, die mit ihm Kontakt hatten. Wenn ich ehrlich bin, vertraue ich diesen Büchern nicht so wirklich. Aber mal schauen was noch so kommt. Unsere Backpacks verstauten wir im Schlafsaal und machten uns nach 10h Fasten auf Nahrungssuche. Als wir anschließend wieder ins Hostel kamen und bezahlten fiel uns auf, dass die Rucksäcke innerhalb von 1h richtig Klamm geworden sind. Auch die Betten waren feucht. Erst jetzt viel uns das fehlende Fenster auf. Wir fragten nach anderen Zimmern, aber auch hier gab es leider keinen Unterschied. Anscheinend wusste John um jenes Problem und war bereit uns das bezahlte Geld zu 100% zu erstatten. Ein sehr großzügiger Zug. Es tat uns unfassbar leid, aber zwei Nächte auf feuchten Matratzen und schimmeligen Wänden erschien uns keine gute Idee zu sein. 4 neue Schlafplätze mussten her. Wir teilten uns auf und klapperten verschiedene Hostels ab. Die meisten waren ausgebucht und so kamen wir für eine Nacht in einem Hotel mit 2 Doppelbetten in einem Raum unter, zwar exklusive Frühstück, aber immerhin ein Dach über dem Kopf😊 (Timo untertreibt da etwas…die Zimmer waren ziemlich luxuriös für den Preis 😉 )

09.03.2017 The Big Loop IV

Geschrieben im Mintea Hostel in Hué, (Vietnam)

Letzter Tag, die letzten 80km standen an. Ohne mich waren die Drei Fragezeichen Schorsch Jonas (1. Detektiv), Nora Shaw (2. Detekiv) und Kathi Andrews (Recherche und Archiv) den am Vortag nicht auffindbaren Wasserfall auf der Spur. Der kann ja nicht einfach vom Erdboden verschluckt worden sein. Währenddessen lag ich mit verbundener Pfote im Bett und las. 1,5h später kam der 1. Detektiv ins Bambushaus. „Ich muss duschen. Bin total nass.“ Zack, weg war er. Der 2. Und 3. Detektiv ließen nicht lange auf sich warten und konnten stolz von ihrer erfolgreichen Mission berichten.

Geduscht, aber durch die hohe Luftfeuchtigkeit und Temperatur wieder nass, traten wir den Heimweg an.Auf dem Weg zurück nach Pakse besuchten wir noch den letzten Wasserfall, der auf unserer Liste stand. Diesmal mussten wir nicht weit laufen, um einen wunderschönen Tad Young vorzufinden.

20km vor Pakse stoppten wir bei Skyline Coffee, einer Plantage die angeblich für die Maritim Hotel Kette Kaffee röstet. Seeeeehr guuuuter Kaffee!

Weiter ging’s, bis mir beim Tankstopp mein Platter hinterreifen auffiel. Dank eines Nagels ist Schorsch mit Kathi und Nora schonmal die 30km in die Stadt gefahren, um Yves zu benachrichtigen. Ich bin mit maximal 20km/h die Straße entlang gefahren. Nachdem Schorsch die Mädels bei Yves abgesetzt hatte, mussten sich Nora und Kathi die schlechte Laune von Yves‘ Frau über sich ergehen lassen, während er das ganz entspannt sah. Schorsch fuhr die 30km wieder zurück um mich zu Suchen, fand mich aber erst 10 km vor der Stadt, gerade, als sich der gerissene Schlauch um die Felge gewickelt hatte. Wir schnitten den Schlauch in kleine Streifen und fixierten so den Mantel an der Felge. So war zumindest die Idee. Aber bereits nach wenigen holprigen 100 Metern entschieden wir uns das ganze rückgängig zu machen. Mit der Brust auf dem Lenkrad um den Schwerpunkt auf das Vorderrad zu verlagern, schlugen wir endlich bei Yves ein. Kathi und Nora kamen dazu und übernahmen die gesamte Kostenabwicklung. Es waren lediglich 15€, da die Felge keinen Schaden genommen hatte. Glück im Unglück! @ Björn: Alle guten Dinge sind eben doch 3 😃. Die Dusche wusch den ganzen Sand von der Haut und ich freute mich auf einen frischen Schlüpper, war ich doch derjenige der immer als letzter an der Reihe war, wenn der eine Schlüpper in der Gruppe herumgereicht worden ist😉. Zum Abendessen kehrten wir ins bekannten Sabaidee Restaurant ein und freuten uns diesen Loop doch in Angriff genommen zu haben.

08.03.2017 The Big Loop III

Geschrieben im Mintea Hostel in Hué (Vietnam)

Nicht zu vergleichen mit dem klasse Frühstück im Vida Café in Paksé brachen wir auf. Die heutige Strecke hat viel Asphalt zu bieten, führt zugleich aber auch zu den schönsten Ecken des Loops. Allein die Fahrt mit dem Roller soll schon mitreißend sein. Und so machten wir uns aus Tad Lo auf. Der geplante Stop an der Silkfarm fiel aus (Geschlossen). Tad Faek war also die nächste Möglichkeit sich die Beine zu vertreten. Wir parkten vorbildlich zwischen zahlreichen Autos Einheimischer. Mit leckerem Eis in der Hand schlenderten wir mit fragenden Augen über die zahlreichen Einheimischer durch die Gegend. Am Wasser wurde Schorsch von älteren Damen angesprochen, er und Kathi wurden prompt mit Früchten und Wasser umgarnt. Schorsch ist und bleibt einfach DER Womanizer für Frauen über 40 😃 und Kathi fällt mit ihren blonden Haare und heller Haut auch immer auf. Natürlich durften wir alle unbekannte Früchte probieren…

Wie Yves uns beim Briefing in Paksé schon erzählt hatte, kommt die schönste Strecke zum Fahren im Süd-Westen der Route. Genau in diesem Bereich liegt ja auch die berühmt berüchtigte Dangerous-Stelle. Wir genossen also die Strecke, hielten tatsächlich ungewollt kurz an dem besagten Spot und kamen nach einer schönen Strecke über unbefestigte und sehr sandige Wege gegen Nachmittag an unserem geplanten Nachtlager an.

Ich fühlte mich in den Bambushütten wie im Messdienerlager. Alle schliefen zusammen in einem großen Raum in Etagenbetten und es hatte ausreichend Zeit für Albereien. Für verhältnismäßig teure 6€/Nacht/Nase hatten wir leider keine Alternative. Es war nett, aber keine 6€ würdig, zumal die Besitzer wirklich unfreundlich waren. Aber was soll man machen. Der Tag war noch lange nicht zu Ende und so beschlossen wir, einen Wasserfall zu suchen, der nur ca. 5,5km entfernt sein sollte. Leider fanden wir jenen Wasserfall nicht und kehrten nach einer witzigen Off-Road-Rollertour im Guesthouse an.

Unmittelbar an unserem Guesthouse befanden sich aber auch zahlreiche Wasserfälle. Den monumentalsten wollten wir an diesem Tag noch besichtigen. Also stapften wir 1km durch einen Bambuswald, Schorsch und ich hatten in diesem Wald unsere dollen 5 Minuten😃, und fragten ein uns vom sehen bekanntes Päärchen in unserem Alter nach der Schwimmmöglichkeit am Wasserfall. Ein „No“ mit französischem Akzent deprimierte uns keineswegs, es motivierte noch dazu schwimmen zu gehen. Was für ´ne Memme😉. Wir kamen unten an und sahen…

 

Leicht dämmerte es und der Mond trat auch schon durch die Wolkendecke hindurch. Wir warfen unsere 3m Bambuswanderstäbe zur Seite und entschlossen uns mit allen schwimmen zu gehen. Noch nie hatte einer von uns 4 zuvor eine einzigartige Kulisse erlebt. Bei Mondschein krakselten wir die glitschigen und zum Teil auch scharfkantigen Steine hinunter. Schorsch und ich erstatten wie es sich gehört einen kurzen und präzisen Lagebericht: „Whooohooo“ und die Mädels folgten uns. Die Wassertemperatur war sehr erfrischend und man hatte permanent das Gefühl in einem Regensturm zu sein. Es war unglaublich windig und die Gischt bewässerte die umliegenden Flechten. Schorsch stand auf einmal auf einem großen Stein. Von unserer Position aus konnten wir aber nicht erkennen, ob er vor oder hinterm dem hinabstürzenden Wasser stand. Als wir im folgten standen wir im trockenen und konnten den Wasserfall hinaufschauen. Einfach atemberaubend. Ich habe zwar gezittert wie ein Aal, aber das Adrenalin überwiegte. Einfach Wahnsinn! Der Rückweg gestaltete sich allerdings ein wenig holprig, da wir einen anderen Weg wählen mussten. Irgendwie war der Wasservorhang dichter als beim Aufstieg und hätte einen locker von den Füßen gerissen bei dem glitschigen Untergrund. Also Umweg. Und wie sollte es auch anders kommen habe ich mir am rechten Ballen einen nicht so kleinen Schnitt zugezogen. Klasse Sache, wenn man noch 1km bergauf stapfen darf. Und wenn man Wundversorgungsmittel benötigt, liegen diese immer ordentlich verwahrt im Hostel😃

 

Dummerweise hatten wir unsere Schuhe, Rucksäcke und Kleidung doch noch zu nah an den Wasserfall herangetragen, sodass die Gischt alles erwischt hat. Mit patschnassen Schuhen, aber glücklich, stapften wir größtenteils schweigend zu unserem Guesthouse hinauf. Nach einem ziemlich schlechten Abendessen fielen wir ins Bett.