02.11.2017 Ein Fliegengewicht des Ozeans

Geschrieben in Taupo

Kaikoura steht für Whale- und/oder Dolphinwatching, Schwimmen mit Seelöwen oder Delfinen und weiteren Aktivitäten auf und im Wasser. Trotz einiger Bedenken während unsere Neuseelandreise eine Tour zu den Walen zu machen, entschieden wir uns dann doch von der Fahrt nach Kaikoura für die Buchung einer 3 stündigen Expedition zu den Walen. Unsere Tickets hatten wir online erstanden und mussten daher im Whale Watch Kaikoura Hauptquartier nur noch einchecken. Doch betraten wir natürlich nicht als einzige Schaulustige den Aufenthaltsraum. Mit uns enternten zwei Schulklassen das Gebäude. Neongelbe Warnwesten und rote Hüte flitzten überall herum, auf den Toiletten, im Café und natürlich im Souvenirshop. Super! Einmal im Leben könnten wir Wale in freier Natur sehen, aber wenn die weit geöffnete Pupille des Wals beim Auftauchen 40 gelbe „Da ist ein Wal“ schreiende Kinder erblickt, denkt sich dieser auch: Pustekuchen. Da hau‘ ich lieber ab und komm‘ später zum entspannen noch einmal wieder“. Mit gemäßigter Laune setzten wir uns ins Café und inspizierten unsere Tickets. Abfahrt 10:30 Uhr. Wie jetzt? Im Internet hatten wir uns für die 10 Uhr Tour eingetragen. Abwarten hieß es also. Dann wurden die Besucher der 10 Uhr Tour für die Sicherheitsunterweisung in den Briefing-Raum gebeten. Stühle rückten, Kinder riefen. Ja, die neongelben Ablenkkörper sind auf dem 10 Uhr Boot:D. Unsere Chancen, einen Pottwal beim Ausruhen an der Oberfläche zu erspähen, waren so eben um 100% gestiegen:D.

Mit dem Bus ging’s zur Fähre
Aufmerksames Lauschen den Infos

Auf der Fahrt bot uns die Crew sinnvolle Hintergrundinformationen über den Pottwal und die besonderen geografischen Gegebenheiten von Kaikoura. Pottwale jagen in Tiefen Meeresgräben, die zumeist weit draußen vor der Küste zu finden sind. Hier in Kaikoura fällt der Meeresboden aber schon nach ca. 4km auf 1000m ab. Zwei zentrale Meersströmungen, eine kalte aus der Antarktis und eine warme aus den nördlichen Subtropen sorgen für Verwirbelungen in dem Canyon. Da sich die Beute der unterschiedlichsten Walordnungen von der Strömung mitreißen lässt ist der Kaikoura Canyon ein Paradies für Meeressäuger. Das nur am Rand😉

Das Boot ist an diesem sonnigen Morgen aber nicht einfach ohne einen leisen Orientierung auf’s Meer gefahren, sondern fährt die Koordinaten an, an denen der Wal das letzte Mal vor seinem 60minütigen Tauchgang gesichtet wurde. Logischerweise taucht dieser nicht am gleichen Fleck auf, daher muss ein Passagier als Beute an einem langen Metallstab ins Wasser gelassen werden.

Langes Luftanhalten ist für diesen Passagier lebensnotwendig

Wenn der Wal dann angebissen hat und an der Oberfläche dümpelt beginnt ein Kampf um die besten Plätze, wie bei Aldi, wenn die neusten Konsumartikel im Wochenprospekt abgedruckt sind. Und wer das schoneimal erlebt hat weiß: Es ist gefährlich. Wir hatten überhaupt keine Lust auf Drängelei. Die Letzten werden die Ersten sein. Und als wir auf dem Dach des Bootes ankamen drehte das Boot bei und unsere, die leere Seite, hatte beste Sicht auf den ausgasenden Pottwal (Ausgasen, weil wegen der Sauerstoffschuld und so…). 10 Minuten Bestaunen von dem 30m langem und 50 Tonnen schweren Pottwal. Faszinierend!

Tief durchatmen vor einem neuen Tauchgang
Auf Wiedersehen scheint der Wal zu sagen. 500PS mit einem Flukenschlak

Nach 10 Minuten war das Spaktakel vorbei, aber da wir noch so viel Zeit hatten, wenn man Pech hat dauert die Ortung des Wals sehr lange, fuhren wir noch die Küste auf und ab und sahen noch Delfine, Robben, einen toten Oktopus, Albatrosse und und und.

Der Blick auf die Berge in der Ferne

Als wir gegen Mittag wieder festen Boden unter den Füßen hatten, stellten wir fest: Seegang mach hungrig. Und so fuhren wir zu einem Wohnwagen, den Kathi auf dem Weg zur Seelöwenkolonie am Vortag gesehen hatte. Dort gab es Crayfish zu günstigen Preisen, aber Kathi hatte Bock auf Lachs😊

Schlemmerfilet

Weil das Wetter noch super duper sonnig war, entspannten wir uns noch am Wasser, bevor wir eine lange Autofahrt zum St. James Walkway am Lewis Pass vor uns hatten. Dort haben wir bereits bei -7°C eine Nacht im Winter verbracht, nachdem wir bei Lawrence in Golden Bay gearbeitet hatten. Und da wir wieder auf dem Weg zum Lawrry sind, ist es ja schon fast Tradition dort einen Stopp einzulegen. Diesmal nicht mit klarem Himmel, sondern mit usseligem Nieselregen empfing uns der in den Bergen gelegene Parkplatz. Es war ein schöner Tag, der wie so oft zum Denken anregt. Zufrieden und mit einigen Zitaten vom Känguru im Ohr schliefen wir ein😉.

30.10. – 01.11.2017 Von West nach Ost

Geschrieben in Taupo

In den letzten Tagen ist nicht so viel passiert. Greymouth verließen wir nach zwei Tagen in Richtung Kaikoura. Die für Aktivitäten mit Meeresbewohnern bekannte Stadt liegt an der Ostküste und bevor wir noch einen Abstecher zur Golden Bay machen, wollten wir dort auch einmal vorbeischauen. So übernachteten wir auf dem Weg eine Nacht in Hanmer Springs (einem Badekurort mit heißen Quellen) und sammelten eine stolze Kollektion von Splittmacken für unseren Bongo auf der Fahrt über den Highway 70. In Kaikoura begrüßte uns eine relaxende Robbe auf dem Gehweg und wir verbrachten die Mittagszeit mit einem Spaziergang über das Riff.

Have a breack! Have a Sonnenplatz
Robbe und Kathi, Öl auf Leinwand, Riedel 2017
Ein Spaziergang auf dem felsigen Riff

Auch für seine Robbenkolonie ist Kaikoura bekannt und so lagen hier und da pelzige Tiere zwischen den Steinen. Sie sind so gut getarnt, dass ich eine schlafende Robbe nicht gesehen habe und ihr unbewusst bis auf 2 Meter auf den Pelz gerückt bin. Lustig fand sie das nicht und erschreckte mich mit lautem Fauchen:D

Rolf Zukowski und seine Kinderlieder sind hoch im Kurs

Das verheerende Erdbeben im November 2016 hat den Highway 1 an der Ostküste hart getroffen und die Sanierungsarbeiten dauern noch immer an. Wir fuhren den Highway 1 um zu unserer Schlafstelle zu kommen bis zum Ende hoch und konnten in der Nacht die Arbeitslichter der Maschinen auf dem Highway sehen.

Arbeiten checken die Hänge

Der Spot war traumhaft am Wasser gelegen und wir parkten windgeschützt hinter ein paar Flachspflanzen. Wir präparierten unser Abendessen, spielten noch ein wenig und fielen dann ins Bett.

Futter für die Fische
Saturn:)

 

29.10.2017 Unverhofft kommt oft

Geschrieben in New Plymoth

Guten Morgen Kakapotahi. Ich schob den uns an die Niederlande erinnernden Vorhang zur Seite und wurde von blauem Himmel und Sonnenstahlen begrüßt. Der andere Höhlenbewohner machte noch keine Anzeichen kognitiven Wachseins, vielmehr schien sie gerade in der REM Phase angekommen zu sein. Ich schnappte mir die Gitarre samt Campingstuhl und setzte mich neben Bongo in die Sonne, schließlich musste ich „Alle meine Endchen“ mal zu ende bringen. Während ich da so vor mich hin zupfte, passierten ein paar Autos. Eines erkannte ich vom Vortag. Eine ältere Dame, ich schätze mal 75 Jahre alt, von der Größe eines großen Zwerges stieg aus und begrüßte mich herzlich. Es war die Dame vom Vorabend, die mit ausgestreckten Arm samt Handy auf dem Parkplatz auf und ab gelaufen war, um die Handyverbindung einzufangen. Ein sehr lustiges Bild. Kathi, mittlerweile auch am Start, bat ihr Tee an, aber sie war selber mit Tee und Keksen bestens ausgestattet. Sie erzählte uns von ihrem Nachbarn, der um 10 Uhr vorbeikommen wollte und gemeinsam mit ihr zum am Flussbett gelegenen Fischerhüttchen stiefeln sollte (Er war der Grund für ihre gestrige Empfangssuch-Aktion). 10 Uhr verstrich, kein Nachbar tauchte auf, der die Einkaufstaschen zum Fischerhaus tragen konnte. Daher lud sie uns spontan auf einen Kaffee und Mittagessen zu sich und ihrem Mann ein, der im Hauptquartier am Fluss auf sie wartete. Wir checkten kurz unsere Terminkalender, sahen erleichtert, dass unsere Sekretärinnen keine unbequemen Termine mit den wichtigen Männern und Frauen der Welt eingetragen hatten und sagten nur: „Yap, let’s go“. Auf dem 45 minütigen Weg erzählte uns Pat, dass sie und ihr Mann Dom hier für die 3 monatige Whitebaite-Saison hinkommen und sich ein kleines Taschengeld dazuverdienen. Wir lernten alles über die fiesen Tricks der weiter flussabwärtsfischenden Fischer, die die kleinen Fische direkt beim Eintritt vom Meer in den Fluss abgreifen und so für die, die weiter oben am Fluss fischen, nur noch vereinzelte Fische übrigbleiben. Hartes Brot. Und so verbrachten ganz unverhofft einen wirklich schönen Mittag mit Pat und Don in ihrem kleinen Heim.

 

Die kleine Fischerhütte
Herzlich willkommen bei Pat und Dom
Zwei Betten in der Küche
Der Flur
Pat wollte mehr von unserer Reise wissen
Butter bei de Fische – Whitebait fischen aus nächster Nähe
Mit Rührei ist’s richtig lecker

Während unsere Aufenthaltes mit den Beiden schien die Sonne, kaum waren wir auf dem Rückweg fielen die ersten Regentropfen und der Wind frischte auf. Horizontaler Regen ist besonders nett;D. Für uns ging es nur noch weiter bis nach Hokitika, einer Stadt südlich von Greymouth. Dort kehrten wir in einem kleinen Cafééchen und schauten Rugby. Nebenbei durchforsteten wir die Homepage der Australian Open 2018 und fanden später 2 Tickets für die Halbfinalspiele am 26.01.2018 im Warenkorb wieder. Australian Open wir kommen😉.

Bestens gelaunt, auch wenn es kein Schnapper war, fuhren wir in die Nähe unserer Abendbeschäftigung. Von Kristie hatten wir erfahren, dass man in einer nicht so bekannten Höhle Gloworms (keine Glühwürmer, ich weiß nicht, wie die auf Deutsch bezeichnet werden) nach Anbruch der Dunkelheit sehen kann. Bis dahin gaben wir die epische Schlacht gegen die fliegenden Blutsauger beim Essen auf, traten den Rückzug in unseren Bongo an und warteten auf den Sonnenuntergang. Den Weg zum Eingang der Höhle hatte ich, während Kathi gekocht hat, studiert und so war es ein Leichtes diese bei Dunkelheit wiederzufinden. Und tatsächlich: Die aus Baumwipfeln gebildete Höhle beherrbergt unzählige Glowworms, die einen gelben Sternenhimmel erzeugen. Wunderschön war’s, nur leider haben wir kein brauchbares Fotomaterial festhalten können.

Die Nacht verbrachten wir nach einer kurzen Autofahrt in Greymouth am Wasser.

28.10.2017 Chillaxen in Franz Josef

Geschrieben in Paraparaum

Nach einer warmen Nacht im Bongo auf dem Parkplatz vom Hostel und einem gemütlichen Frühstück, packten wir eine Maschine mit benutzter Wäsche voll und verbrachten den Tag bis Mittag im Hostel bei netten Gesprächen mit den Mitarbeitern. Mit frischer Wäsche im Gepäck steuerten wir auf einen kleinen unscheinbaren Halt am Meer zu, der unser Lager für die Nacht werden sollte. Unsere Füße vertraten wir uns am Strand und beobachteten 20 White Bait Fischer, die mit XXL Keschern den Strand auf und ab liefen, immer in der Hoffnung ein paar Gramm der zeigefingergroßen Delikatesse zu fangen. 1kg wird dann für ca. 80$ verkauft. Statt Whitebait gab es für uns etwas anderes zum Abendbrot, was genau, hab‘ ich leider vergessen.

Unser Nachlager

27.10.2017 Ein Chateau für eine Nacht

Geschrieben in Paraparaumu

Wer schon einmal in Neuseeland war und sich die Frage gestellt hat: „Wie lange muss es wohl gedauert haben bzw. Wie viele Menschen sind notwendig, die schönen bewaldeten Hänge zu roden und in Weidefläche für Kühe und/ oder Schafe umzuwandeln“?, dem kann ich beruhigt sagen: „1 Nacht und 2 Männer.“ Unsere Ehre war es tatsächlich, neben diesen Ikonen der Rodungsbetriebe eine Nacht zu verbringen. Richtig, nicht zu schlafen, denn das war definitiv nicht machbar. Selbst wenn man Blumenkohl in die Ohren stopft und bestehende kleine Löcher mit Veggemite abdichtete, spürte man dennoch die Vibration der Schnarchnasen.

8 Uhr und noch immer keine Regung
Zum Glück übertragen Bilder noch keinen Geruch
9 Uhr – Guten Morgen

Weniger erholt als vielleicht notwendig gewesen wäre, schälten wir uns gegen 9 aus unseren Schlafsäcken, packten unsere Zeug zusammen und stiefelten in den Gemeinschaftsraum und machten uns ans Frühstück.

Bevor wir den Rückweg antraten schauten wir noch einmal bei dem Rangerehepaar vorbei. Herr Ranger hatte am Tag zuvor einen Hirsch geschossen, den 60kg Bock ausgenommen und ihn kühl gelagert. Auch nachdem er den Eigenverzehr gesichert, sämtliche Kühltruhen aufgefüllt hatte, war noch immer so viel Fleisch übrig, dass er einen Aushang „Want free deer meat? See the ranger“ im Hutt angefertigt hatte. Als wir zur Tür hineinkamen, beugte er sich mit blutigen Händen und seinem Jagdmesser über den Spültisch und zog die letzten Fellreste von der Schulter des Hirschs. Prompt gab er uns den ganzen Hobel mit, ca. 5kg dunkles, saftiges Fleisch. Wie in einem Comic stiegen uns die Gedankenblasen für potentielle Gerichte in den Kopf. Eigentlich hatte ich für den Rückwegs mit einem leichtem Rucksack geplant, denn das schönste am Wandern ist nicht die Landschaft sondern, dass mit jedem verzehrten Snack, die Kilos im Rucksack schwinden und man daher noch viel lieber und viel mehr essen kann:D. Und das ganz ohne schlechtes Gewissen, weil es ja für einen guten Zweck ist. Aber in diesem Fall nehme ich gerne ein bisschen Extraballast in Kauf. Wir bedankten uns und wollten für den halben Hirsch einen kleinen Obolus dalassen, was aber vehement abgelehnt wurde, da wir sonst illegalen Fleischhandel betrieben. Auf Empfehlung der beiden Ranger spazierten wir noch in die entgegengesetzte Richtung (Robert Hutt), weil es dort noch einmal ganz besonders toll werden soll. Toll war’s, aber nicht besonders toll. Immer die Superlative:D.

Die Empfehlung des Rangerehepaars
Ein Blick in die Heimat?
Back in the Jungle
 Jump, Jump, Jump. Ein Blick nach unten – 1 von 4 hohen und langen Hängebrücken. Ausgelegt für 1 Person:D
Einmal schwimbo, bitte. Warm ist was anderes, erfrischend trifft’s!
Hoffentlich wurde sie seit 1918 mal gewartet

Nach ca. 6 Stunden kamen wir dann wieder am Auto an. Die Sandflies hatten die gemütlichen Tempaeraturen im Bongo nicht vertragen, denn sie lagen überall verteilt im Bongo. Ein bisschen Sorge hatten wir, dass der halbe Hirsch im Rucksack essfertig gegart war, aber um den Braten sollten wir uns erst am Abend kümmern. Gejagt von erneut unzähligen Plagegeistern schmissen wir unsere Rucksäcke in den Bongo, räumten die 2 Tage in praller Sonne unter den Kanus geschmorte Mülltüte mit Hähnchen ein und sprangen auf die Fahrersitze. Ok, Lagebericht. Was machen wir als Nächstes? Weiter in Richtung Norden liegt die Stadt Franz Josef, die unmittelbar am gleichnamigen Franz Josef Gletscher liegt. Dieser sollte unser nächster Stopp sein. In der Hoffnung die schweren Beine zu schonen und unmittelbar an den Gletscher heranfahren zu können passierten wir einige Informationsschilder mit der Aufschrift: Hier war der Gletscher 1870…1900…1980. Ziemlich beunruhigend, wenn man ab dem ersten Schild noch 5 Minuten Autofahrt vor sich hat. Unsere Hoffnung verflog schnell, als wir den Parkplatz erreichten und aufgefordert wurden noch 45 Minuten zum Gletscher zu watscheln.

Franz Josef Glacier mit Touris auf dem Weg

Der Gletscher ist so weit zurückgegangen, dass man ihn nur aus der Ferne erspähen kann. Und trotz der bekannten Klimaproblematik kreisen die Helis mit den Touristen wie Geier über einer Küh über den Gletscher hinweg. Bestimmt fragen die Insassen auch noch, wieso sich die Gletscher zurückbilden.

In dem beschaulichen und zugleich schönen Örtchen Franz Josef angekommen, checkten wir den ersten Campingplatz aus, der uns nicht zusagte. Stattdessen investierten wir 20$ in einen Parkplatz auf Hostelgrundstück und durften so die gesamte Einrichtung nutzen. Wie der Zufall es so wollte hatten wir also eine Küche und konnten den Hirsch á la Masterchef Germany zubereiten. Noch immer, kaum zu glauben, aber ja, warte ich auf die Beförderung zum Sou Chef. Ich habe in der Vergangenheit den Knoblauch- und die Zwiebelwürfel nicht nach DIN geschnitten und wurde prompt degradiert:D.

 

Ein bisschen wie bei Asterix und Obelix
2h Niedrigtemperaturgaren

Dummerweise kam der Gute nur halb so groß aus dem Topf. Der Grund könnte mein Schuld gewesen sein, da es meine Aufgabe war, während der Chefkoch in der Dusche entspannt, d’rauf zu achten, dass der Braten nicht kocht. Da hab ich wohl etwas missverstanden, denn als Kathi den Deckel hochnahm, köchelte der Braten vorbildlich vor sich hin:D

Es fehlt die Farbe wie in den Kochbüchern aus den 70ern, aber es hat geschmeckt

Müde, zufrieden, satt, glücklich, froh vielleicht noch ein bisschen hungrig auf Fokoeier krochen wir in unseren Bongo und zogen die Decke über den Kopf. Hoffentlich sägt hier diese Nacht niemand den Wald ab.

26.10.2017 Ein spontaner Einfall

Geschrieben in Paraparaumu

Die Wolken waren dank des Windes in der Nacht gewichen und auch die Wettervorhersage lockte mit sonnigem Wetter. So entschieden wir uns den Copland Track zur Welcome Flat für den heutigen Tag anzusetzen. In Haast hatten wir am Tag zuvor ein paar Infos im DOC Centre über den Track eingeholt und für diese Nacht soll es noch ausreichend Schlafplätze geben. Eine Reservierung ist also essentiell und laut DOC per Telefon von überall her machbar. Aber auch nur dann, wenn einen die Satelliten der Handyanbieter auch mit ausreichend Empfang versorgen und man nicht auf veraltete Rauchzeichen zurückgreifen muss. Auf der Suche nach Empfang fuhren wir weiter gen Norden, Kathis linker Arm ragte dabei aus dem Fenster hinaus, aber selbst nach sage und schreibe 20 Minuten, 20 Minuten!, stand oben rechts auf dem Mobiltelefonbildschirm „Kein Netz“. Zu unserem Glück hatten wir ein kleines Motel passiert und erhofften uns dort eine Telefonmöglichkeit. Nur per Festnetz und eine Bearbeitungsgebühr vom DOC in Höhe von 2$/Ticket konnten wir unseren Schlafplatz im Hut buchen. Über die 4$ extra haben wir uns noch gut aufgeregt! DOC steht insgeheim für „Diese onehrlichen `chweine“. Wir sollten noch so manche Geschichten über das DOC hören, in denen sie bewusst Falschinformationen an Touristen herausgeben, um mehr Geld zu machen. Die Einheimischen sind dann zumeist über unsere Infos vom DOC verwundert. Naja…egal, what goes around, comes around! Unsere Tickets sollten uns per Mail zugestellt werden, aber auch dazu benötigt man bekanntlich ein paar Empfangsbalken auf seinem mobile device. Auf unsere bitte hin, dem Ranger auf dem Hut per Funk über unsere Bezahlung zu informieren, bekamen wir nur ein „Wir versuchen’s das. Ist aber unwahrscheinlich“. Super Dienstleistung. Wir bedankten uns bei der Motelinhaberin für das Telefonat und brachen zum Start des Tracks auf. Unsere Rucksäcke waren noch nicht abreisefertig und unsere Mägen waren auch noch nicht zufriedengestellt worden. So hieß es erst einmal: Frühstücken. Doch leichter gesagt als getan. Als hätten die kleinen fliegenden Plagegeister uns wie eine schwarze Regenwolke im Comic verfolgt, gruben sie erbarmungslos ihre blutsaugeinstrumente in unsere Lederhaut. Klatsch, am Bein! Klatsch, am Arm! Klatsch, klatsch, klatsch. Bewegen hilft. Während des Frühstücks legten wir folglich ein paar Hundertmeter zurück, aber Bongo hat es schwer erwischt. Er war von den Fliegen erobert worden. Das Tasche packen stellte sich also auch als nervige Angelegenheit heraus und wir hatten offen gestanden schon kein Bock mehr auf den Track. Scheißviecher! Und dann ging’s endlich los. 18km eine Richtung, Dauer 6-7h Marschzeit war in gelben Lettern auf der Infotafel zu lesen. Man freuten wir uns auf diesen Spaziergang. Uhrzeit: High Noon.

Los geht die Tour

Die erste Flussüberquerung nahmen wir gelassen hin, obwohl ich jemanden gerne im Wasser gesehen hätte;P

Anders als die Great Walks sind die Routen auf den kleinen, weniger populären Tracks nicht präpariert und bedürfen kleiner Kraxel- und Klettereinheiten. Das bringt den Hintern und die Beine auf jeden Fall zum brennen, aber wiederum spannend und abwechslungsreich.  Außerdem nähern wir uns dem gemütlichen Advent, was bedeutet: Advend, Advent, der Muskel brennt;) In diesem Sinne, schon einmal im Voraus eine schöne Adventszeit:D

Wuast und Keeese sind energiereiche Begleiter
Das kleine Blättchen ist maximal 3x5cm groß und wunderschön
Glänzender Schweiß zeugt von Muskelarbeit

Nach 5,5h Marschzeit ,ohne Sandflies wohlgemerkt, kamen wir am Welcome Flat an. Unsere Rucksäcke fanden einen vorübergehenden Stellplatz im passenden Schlafraum

Ehre, die einem edlen Tramper gebührt (Sid)

Wir checkten aber erst einmal den Grund für unseren Trip. Denn, wenn du glauben solltest, liebes Tagebuch, dass wir den Track nur des Tracks wegen geplant haben, hast Du dich geschnitten;). Natürliche Hot Pools waren unser Antrieb. An zahlreichen Stellen sprudelt heißes Wasser aus dem Boden, fließt durch unterschiedlich heiße Pools und wird sogar über einen kleinen Bach angenehm abgekühlt.

Eine heiße Badewanne XXL

Nach 2h im warmen Wasser und schönen Gesprächen mit den anderen Wanderern glich unsere Haut der Optik einer getrockneten Salamihaut. Komischerweise fingen meine Beine so an zu jucken, dass ich mich richtig kratzen musste. Im Hutt war es bereits dunkel geworden, als wir unsere Gourmet-Schlemmer-Yum-Yum Nudeln mit Wienern verspeisten. Dann kontrollierte die Frau vom Ranger noch die Tickets der Bewohner. Wie zu erwarten war, hatte man sie über unser „Kein Empfang Dilemma“ nicht unterrichtet und so nahm sie noch einmal unsere Bankdetails auf. Eine Doppelabbuchung kommt aber nur äußerst selten vor, versicherte sie uns mit Nachdruck. Falls doch, müsst ihr zum DOC gehen und die Doppelüberweisung zurückfordern. (Jetzt, nach 3 Wochen ist der Betrag tatsächlich doppelt abgebucht worden und wer muss sich wieder d´rum kümmern? Die Kathi😊).

Für 2 Stündchen saßen wir im Anschluss noch gemeinsam mit den 18-22 jährigen Jungspunden im Gemeinschaftsraum und haben viel Gelacht. Dann hieß es aber doch G.U.T.E N.A.C.H.T😊

25.10.2017 Ein gut genutzter Regentag

Geschrieben bei richtig Regen (Kathi, wo hast Du den Beitrag denn geschrieben;))

Anders als am Vortag weckte uns kein Sonnenschein, sondern das Trommeln der Regentropfen auf dem Autodach. Wir nahmen uns also vor an einem anderen Ort zu frühstücken und fuhren erst einmal los. Vorbei an Lake Hawea und Lake Wanaka sollten sich einige Stops, laut Wikicamps, auf dem Highway 6 wirklich lohnen. Trotz des Regens machten wir uns beim ersten Stop auf den 10 minütigen Weg zu den ‚Blue Pools‘. Mit einigermaßen guter Laune stapften wir also über den matschigen Wanderweg und über eine Hängebrücke zu den vielversprechenden blauen Pools. Und wir sollten nicht enttäuscht werden. Trotz des Regens strahlte das Wasser in einem Türkis-Ton, wie man ihn sonst nur aus den klassischen Urlaubskatalogen von Tui oder Neckermann kennt. Aber schaut selbst:

Blaues Wasser vom allerfeinsten
Frisch entsprungen aus der Vulkaneifel, mit besten Mineralien

Bei schönerem Wetter wären wir wohl glatt hineingesprungen 😊 Doch Wikicamps hatte noch einige andere Stopps für uns auf Lager und so hießen unsere nächsten Stopps Wasserfall 1 und Wasserfall 2 *Juchey*. Heute haben wir einen schönen Vergleich gefunden: Die Wasserfälle hier sind wie die Tempel in Asien – irgendwann hat man sich satt gesehen. Doch bei dem Wetter hatten wir sowieso nichts Besseres zu tun und bei Regen werden Wasserfälle ja bekanntlich imposanter 😉

Unsere Route führte uns entlang des kleinen Städtchen Haast, wo wir am Visitor Center einen kurzen Mittagsstopp einlegten und mal wieder kniffelten 😀

Wraps- DIE Allzwecknahrung

Auf dem Weg zu unserem Campground für die Nacht machten wir noch kurz Halt an einem schönen Dünen-Walk, bevor wir dann unser Nachtlager aufschlugen, kochten und ins Bett gingen.

24.10.2017 Ein schöner Tag

Geschrieben in Murchison

Dieser Tag begann gaaaaanz entspannt und sollte sich auch nicht viel spannender entwickeln, was aber nicht im gleichen Atemzug impliziert ein nicht weniger schöner Tag zu werden. So weckten uns an jenem Morgen die Sonnenstrahlen und hinter den Vorhängen sahen wir kleine Wellen auf den Strand brechen. Nach dem Frühstück hielt Kathi unsere Erinnerungen der Vortage in ihrem Notizbüchlein fest, während ich danke neuer Akkorde beinahe meine Finger verknotete. Leider waren wir noch immer mit unserem Tagebuch nicht auf dem neusten Stand und so beschlossen wir kurzerhand in die Bib von Lake Hawea zu fahren, um den nicht endenden Kampf mit den Buchstaben aufzunehmen. Beenden konnten wir den Kampf nicht, dafür haben wir viel zu Lange viel zu viel aufgeschoben. Eine gelungene Abwechslung bot uns der Spielplatz neben der Bib für eine Einheit der körperlichen Ertüchtigung und wir waren froh, den Schreibkram für diesen Tag hinter uns gebracht zu haben. Am bereits bekannten Schlafplatz zwischen den Büschen erwartete uns wieder der See und forderte ich zu einem kleinen Tänzchen seinen nassen Wellen auf.

Die spinnen, die Römer:)

23.10.2017 Bei diesem Angebot, muss ich noch ’ne Kugel nehmen. Alles andere wäre dumm

Geschrieben in Murchsion

Neben Queenstown fliegen viele Einheimische sowie Touristen auf den winzigen Ort Wanaka am Lake Hawea. Nachdem wir Queenstown mit einer morgendlichen Dehneinheit am Shotover und einem gewohnten üppigen Bacon und Ei-Frühstück verlassen hatten fuhren wir zum nächsten Super- und Baumarkt, um neben den gewohnten Snacks auch Duckt Tape für mein angeschlagenes Kanu zu kaufen. Mirko, wir vertrauen auf Deinen Rat! Wehe es hält nicht, dann schicken wir die Bergungskosten nach Oberhausen😉. Los ging’s also nach Wanaka, über das jetzt schläferische Cardrona (sonst Hochburg in der Skisaison). Auch in Wanaka steppt fern ab der Skipisten nicht wirklich der Bär, außer man hat Mountainbikes oder ähnliches dabei. Fürs Paddeln waren die Wellen leider zu hoch. Stattdessen spazierten wir durch das kleine Dörfchen und konnten nicht an einer Kugel Eis von Patagonia vorbeigehen. Kleine Anekdote am Rande: Meine Schokokugel war bereits im Hörnchen und Kathis auf dem Weg von der Eistruhe zur Kasse, als sie auf dem Angebotsschild folgendes  Angebot entdeckte: Eine Kugel 5$ und zwei Kugeln für 7$. „Wenn ich das nicht mache, bin ich dumm“ und so wanderte das Hörnchen nocheinmal zurück zur Eistruhe für eine Kugel Boysenberrysorbe:D. Kathi die alte Schnäppchenjägerin. Unser Eis schleckten wir an der frequentierten Skateanlage und bestaunten ein paar Tricks der Skater. Während Kathi noch ein wenig für unsere zukünftige Route recherchierte, baute ich meine Ringe auf und genoss eine gelungene Trainingseinheit vor atemberaubender Kulisse.

Unser Nachtlager lag wie so auf unserer Reise oft nicht mitten in der Stadt, sondern ein paar Kilometer außerhalb am wunderschönen Lake Hawea. Der See empfing uns mit einem schönen Spot, mit Blick auf den steinigen Strand, die z.T. noch weißen, aber meist braunen Hügel sowie einem malerischen Himmel. Eine kräftige Chili und einige Würfe mit dem Kniffelbecher machten den Abend richtig gemütlich.