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21.05.2017 Seelöwen, Fächerschwanz-Spatzen und ein Hike, den wir nie vergessen werden

Hier bei Lawrence geht’s uns wirklich ziemlich gut. Für 4 Stunden am Tag bekommen wir die gesamte Verpflegung und dürfen auch noch in einem echten Hippie Haus wohnen. Und das mit diesem Ausblick:

Wir können es manchmal echt nicht glauben, dass so unsere Reise in Neuseeland begonnen hat. Na gut, wenn einem nach 4 Stunden Streichen fast der Arm abfällt, dann fragt man sich doch manchmal, was man da gerade tut. Ein Blick über die Schulter zum Meer genügt aber, um genau zu wissen wofür man es tut. Einen Platz an der Sonne…am weltberühmtesten Nationalpark, mit den so angepriesenen schönsten Wanderwegen in ganz Neuseeland, wenn nicht gar auf der ganzen Welt (ist ja bekanntlich immer Ansichtssache 😉). Davon wollen wir uns aber selbst ein Bild machen und hatten für die nächsten Tage einen Day-Walk (Tageswanderung) geplant. Da wir aber mit dem Streichen und der Reinigung der Häuser noch einiges zu tun hatten, haben wir die Nachmittage und Abende mit Sport sowie der Ausbesserung unseres Bongos gefüllt:

 

Am 19.05.2017 haben wir dann aber früh morgens angefangen mit dem Streichen, sodass wir unseren gesamten Nachmittag frei hatten und zu den nahegelegenen „Wainui Falls“ geradelt sind. Schnell waren die Drahtesel von Lawrence gesattelt und schon machten wir uns auf den Weg zum Wasserfall:


Nach ca. 10 min Fahrt waren wir auch schon angekommen. Lawrence hatte uns gebeten die Fahrräder nicht am Parkplatz stehen zu lassen und mit auf den Wanderweg zu nehmen, da sonst die Gefahr bestünde, dass sie geklaut werden. Ich hatte von allerhand Diebstählen schon in der Facebook-Gruppe für Backpacker in Neuseeland gelesen, in der jede Woche ein Beitrag zu finden ist, bei dem jemand sein geklautes Auto postet, um es mit viel Glück vielleicht doch noch wiederzubekommen. Unvorstellbar eigentlich, oder? In Australien haben wir manchmal nicht mal das Auto abgeschlossen (Ich erinnere hier gerne an Timo Glotzkowski und Martin V., die grundsätzlich einen ihrer Schlüssel im Zündschloss stecken gelassen und den anderen im Ersatzrad verstaut haben 😃). Hier werden jede Woche verschlossene Autos entweder aufgebrochen oder gar ganz geklaut. Klopfen wir auf Holz, dass das mit unserem Bongo nicht passieren wird. Die Versicherung würde zwar dafür aufkommen, allerdings möchten wir ungern unsere ganzen anderen Habseligkeiten verlieren.
Der Wanderpfad der Wainui Falls führte am Ufer eines großen Wasserausläufers vorbei. Irgendwie erinnerte uns das ganze an einen bestimmten Ort in Australien, na wisst ihr welcher (Timo, Martin, Schorsch?!)?


Endlich waren wir mal bei vernünftigen Wanderwegen angekommen. Es gab Ausschilderungen und der Weg war nicht durch angesammelten Müll der letzten Touristen gegenzeichnet. Wir genossen die klare, frische Luft und wussten gar nicht wo wir zuerst hinsehen sollten. Auf das ganze Pflanzengrün, den mitreißenden Bach oder die seltsamen Vogelarten, die sich hier so rumtreiben.

Über eine Hängebrücke gelangten wir dann an den letzten Teil des Weges der geradewegs zum Wasserfall führte.

Da es die Tage zuvor gut geschüttet hatte (und zwar, wie aus Eimern 😉), erwartete uns ein gewaltiger Wasserfall. In Asien wollten wir ja, wenn möglich, immer gern schwimmen gehen. Diesmal dachten wir uns eher…“Neeee, lass mal…“ 😃 zum Einen war es viel zu kalt, zum Anderen hatte der Wasserfall eine so gewaltige Kraft, die hätte uns direkt weggespült 😃 Damit ihr euch das besser vorstellen könnt:


Ein erster cooler Ausflug also für uns. Zurück ging es dann mit unseren Drahteseln den Berg hinauf. Abends schaut wir dann in einer Bar im Nachbarort („The Penguin“) Rugby und genossen den Abend mit einem Cider und Bier (ja Timo hat wirklich das „Local Draft“ = Lokales Bier aus dem Zapf getrunken).
Am nächsten Morgen starteten wir unsere Tages-Wander-Tour um 9h. Von unserem Hippie Haus aus hatten wir einen 4-6 Stunden Walk vor uns, der je nach Wetterbedingungen und Schrittgeschwindigkeit die Dauer bestimmt. Lawrence Grundstück zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Häuser sehr „einsam“ liegen, sodass keine Fußgänger oder andere Gäste am Haus vorbeispazieren. Dies liegt daran, dass jedes Haus sein eigenes kleines Plateau auf einem Berg hat. Wie ihr euch dann sicherlich vorstellen könnt, sind die Straße zu jedem Haus ziemlich steil. Das Hippie Haus liegt weiter unten und so mussten wir zunächst den gesamten Berg hochwandern. On Top befindet sich Lawrence sogenannter „Happy Place“…ihr dürft euch selbst ausmalen, was das wohl bedeutet mag 😉. Hier der Ausblick vom Happy Place:

Weiter ging es dann über eine Weide zum eigentlichen Startpunkt des Wanderweges. Bis dahin waren wir schon 2km unterwegs. Jetzt könnt ihr euch ungefähr vorstellen, wie groß Lawrences Grundstück ist.

Unsere erste Station war Totaranui, wo der Abel Tasman Coast-Track direkt an der Küste beginnt. Ca. 45 Min. braucht man dorthin. Aufgrund des Regens begegneten wir immer mal wieder kleinere Bachströmungen (Schuhe ausgezogen und zack durchgewattet) oder gar Schlamm, Steingeröll oder hinab gerutschte Pflanzen, die wir überqueren mussten.

Unglaublich an der Natur Neuseelands ist, dass hier alles vereint zu finden ist. Neben tropischen Pflanzen, wie Lianen oder Palmen finden man Laubbäume, Tannen oder Weiden, die an den Niederrhein bzw. an Deutschland erinnern.

Auf der einen Seite blickt man auf das offene Meer und auf der anderen schaut man ins einmalige grün des Nationalparks.

 


Immer mal wieder führte der Wanderweg am Strand entlang. Nach den ersten zwei Stunden regnete es, weshalb wir uns entschieden eine Pause an der ersten Picknickstation zu machen die auf unserem Weg lag. Ein ausgeschriebener Campingplatz der eine Picknick Area mit Baum-Überdachung hatte kam da gerade recht.

Im Sommer würde sich dieser Platz wunderbar als Campground anbieten, doch im Winter wäre das einfach zu kalt ohne entsprechende Ausrüstung. In den kälteren Monaten bieten sich dann die sogenannten „Huts“, also Wanderhütte inklusive Campingmatratze zu Verfügung gestellt bekommt.
Wenn man in Neuseeland Wanderungen auf den ausgeschriebenen Tracks macht und übernachten möchte, ist man verpflichtet die Übernachtungen vorher beim „Department of Conservation“ (kurz DoC) zu buchen.

Nach der kurzen Pause mit dem Blick auf das Meer, ging es dann für uns im Regen (Gott sei Dank nieselte es nur) weiter. Nach einem kurzen Weg durch den Dschungel gelangten wir dann an eine Bucht mit großen Felsen und Steinen, über die wir klettern mussten. Als Timo sich umdrehte sah er ein paar Seelöwen in der Bucht. Leider konnten wir sie nur aus der Ferne beobachten, aber selbst das war für uns schon etwas Besonderes. Nie zuvor hatten wir Seelöwen in freier Natur gesehen. Nach einer Weile entschieden wir aufgrund des Regens weiter zu gehen. Wir hätten noch Stunden dort sitzen können, aber Wind und Wetter ließen das nicht zu. Als wir dann am Strand weitergingen sahen wir plötzlich zwei der Seals auf uns zu schwimmen. Konnte es sein, dass sie uns verfolgen. Als sie dann vor uns halt machten und neugierig aus dem Wasser zu schauten, wussten wir, dass sie mindestens genauso neugierig waren wie wir. Sie kletterten dann auf die Felsen vor uns und beobachteten uns 😃 Ehrlich gesagt, war das einer dieser Momente in denen man nicht fassen kann, was gerade passiert.


Schweren Herzens mussten wir irgendwann weiter und ließen Plott und Plotterchen (die Namen kamen mir beim Anblick der Beiden einfach in den Sinn) zurück. Gefolgt sind sie uns noch bis wir wieder in den Dschungel einbogen und nicht mehr am Strand wanderten. Wir strahlten noch bis zum nächsten interessanteren Punkt auf unserer Route: dem Separation Point. Lawrence hatte uns vorher erklärt, dass diese Landzunge sogenannt wird, da sie die Golden Bay von der Tasman Bay abgrenzt und sich oftmals das Wetter auf der anderen Seite des Punktes schlagartig ändert.

Kaum hatten wir diesen Punkt überwunden, strahlte uns die Sonne entgegen. Ein weiteres Mal ging es am Strand entlang, bevor wir dann einen kurzen halt an der Whariwarangi Hut machten.


Diese Hütte bietet Platz für 20 Camper und 20 Schlafmöglichkeiten im Inneren. Es gab kalte Duschen, WCs und Spülplätze. Richtig cool. Aber die Übernachtung hätte sich für uns nicht gelohnt, da wir von dort aus in 2 Stunden zurück an unserem Hippie Haus waren. Den letzten Abschnitt unserer Tageswanderung kannten wir schon und wusste, dass es nur noch leicht bergab ging. Perfekt also zum Ausklang des Tages.

Wir kamen passend zum Sonnenuntergang in der kleinen Wainui Bay an und freuten uns auf unser Kaminfeuer und einem heißen Tee in unserem Wohnzimmer.

Die Tage vergehen hier wie im Flug. Jeden Tag gibt es etwas anderes zu tun und vor allem noch viel zu erleben. Nachdem wir ein paar Tage mehr Stunden gearbeitet haben, müssen wir uns in den nächsten Tag nur um die Reinigung der Häuser kümmern und Kleinigkeiten erledigen. Lawrence macht einen Kurzurlaub mit Kylie und hat uns quasi frei gegeben 😉
Weiter geht es dann für uns um den 6. Juni herum. Dann machen wir uns weiter auf den Weg Richtung Westcoast, um dann am 10.-12. Juni bei Barrie in Cass in der Nähe des Arthur’s Pass unsere zweite HelpX-Stelle anzutreten. Angeschrieben hatte ich Berrie auf der HelpX-Website, da er sehrv viele gute Reviews/Bewertungen hatte und sein Grundstück in der Nähe weiterer cooler Wanderwege und vier kleinen Skigebieten liegt. Vorgestern rief er uns an, um uns zu sagen, dass er bezahlte Jobs für uns hätte. Klingt auf jeden Fall richtig gut für uns. Da zu einer HelpX-Stelle ein bezahlter Job das Beste ist, was man (vor allem im Winter) kriegen kann. Wir haben zur Zeit keine Ausgaben, da wir die Unterkunft und vor allem das Essen bezahlt bekommen. Wie lange wir bei Barrie bleiben entscheiden wir gemeinsam, wie es passt und was es zu tun gibt. Er lässt es uns offen. 😊 Wir sind gespannt!
Bis dahin denken wir ganz oft an euch alle Zuhause und senden euch wunderbare Grüße nach Deutschland!
Genießt den Frühling 😉

3.5. New Zealand Here we go!

Der Flug über Sydney nach Christchurch wurde leider nicht durch ein unerwartetes Upgrade in die Business Class aufgepeppt. Nichts desto trotz hatten wir einen guten Flug Down Under. Von Sydney nach Christchurch flogen wir sogar mit Emirates in einer Airbus A380. Dieses Flugzeug ist ja so unglaublich riesig mit seinen zwei Etagen. Und so unglaublich riesig es ist, so unglaublich leer war es leider auch. Wer kommt auf die Idee so eine riesen Maschine nach Neuseeland fliegen zu lassen😃?! Naja gut für uns, denn wir hatten jeweils 4 Sitze für uns alleine. Leider nur für 3 Stunden, die wir allerdings auch nicht zum Schlafen nutzen konnten, da wir für unser zweites Frühstück geweckt wurden 😃

In Christchurch wartete schon unser Auto auf uns. Denn was wir euch noch nicht erzählt haben…wir haben, als wir in Battambang (Kambodscha) waren, schon einen Van gekauft. Ja, wir wissen, dass das ziemlich riskant war, aber das französische Pärchen erschien zuverlässig und vertrauenswürdig. Die beiden hatten den Van vor 5 Monaten von Japan nach Neuseeland importiert und dann in einen Backpacker-tauglichen Van umgebaut. Dies haben sie alles auf ihrem eigenen Blog dokumentiert, sodass wir uns entschieden den Mazda Bongo zu kaufen. Ich hatte die Facebook-Gruppen, in denen Backpacker ihre Vans und Autos verkaufen, für eine lange Zeit vorher verfolgt und bin deshalb direkt auf den Bongo gestoßen. Denn meistens sind die Autos von vor 2000 und haben über 200.000km gefahren. Unser Bongo ist von 2008 und hat 170.000km auf dem Buckel. Somit haben wir also einen ziemlich guten Fang gemacht. Gekostet hat uns der Wagen 7500 $ (NZDollar=4800€) inklusive Innen- und Campingausstattung. Als wir an unserem ersten Tag in NZ dann unsere Autoversicherung abschlossen, wurde ein Marktpreis von 6800$ ermittelt. Somit haben wir also einen ganz guten Preis bezahlt, wenn man davon ausgeht, dass der Backpackermarkt immer etwas teurer ist 😊.

Marius und Camille erwarteten uns am Christchurch Flughafen mit einem sauberen Van, der bereit zum Reisen war. Aber Moment, die Einreise nach Neuseeland ist auch eine Erwähnung wert, denn im Flugzeug bekommt man ein Formular, welches man wahrheitsgemäß ausfüllen muss. Auf diesem Formular muss man angeben, ob man Camping-, Sport-, Tauchequipment einreist, wo man sich in den letzten 30 Tagen aufgehalten hat, ob man Essen dabei hat und und und…solange man alles „Declared“, also angibt, ist es gar kein Problem. Timos Wanderschuhe wurden bei der Kontrolle beschlagnahmt und kostenlos gereinigt, damit keine ausländische Erde reingetragen wird 😃 haha naja jetzt wissen wir, warum es hier keine Krankheiten gibt. Zudem wird das Gepäck, bevor man den Flughafen verlässt, noch einmal durch das Röntgengerät geschickt. Also zum dritten Mal alles auseinandergepflückt und auf‘s Band gelegt (man bemerke, dass wir seit BKK nicht einen Flughafen verlassen hatten). Endlich waren wir fertig mit der Immigration (auch mit dem Working Holiday Visum lief alles reibungslos).
Dann ging es mit Marius und Camille zu einem nahegelegenen Einkaufskomplex, wo wir alle organisatorischen Dinge erledigen konnten. Bei einer leckeren Flatwhite (Milchkaffee) wollten wir alles besprechen…doch plötzlich viel Timo auf, dass er gar nicht mehr unser blaues Mäppchen mit unseren Pässen, Führerscheinen und seine Trinkflasche hatte. Ach du grüne Neune! Im Auto lag es auch nicht…also konnten wir es nur noch am Flughafen vergessen haben (hoffentlich!). Uns blieb nichts anderes übrig, als nochmal hinzufahren. Gott sei Dank war er nur 10 Min entfernt. Das französische Pärchen war so nett, mit uns zu fahren und uns dann wieder einzusammeln, da das Parken am Flughafen natürlich sonst gekostet hätte. Die Dame an der Information sagte uns dann, dass das „Lost & Found“ schon geschlossen hätte und wir es bei der Flughafen Polizei versuchen sollten. Zum Glück war der Flughafen nicht so riesig, denn es kommen am Tag nur ungefähr 24 Flugzeuge dort an. Wir riefen also mit einem Flughafentelefon, die Polizei an und fragten nach unseren Sachen. Nach nicht einmal einer Minute kam uns ein Polizist mit unseren Sachen entgegen. Leicht grinsend aber dennoch mahnend übergab er uns unsere Mappe mit den Pässen und Timo’s Trinkflasche :-/ Noch einmal Glück gehabt (Puh! 😊)! Aber irgendwann musste es ja mal passieren, vorher lief alles zu glatt 😃

Glücklich ging es zurück zum Van und zum Shopping Center, um einige Dinge zu erledigen, die wir an dem Abend noch klären mussten. Denn wir konnten kostenlos auch die beiden Prepaid SIM-Karten der beiden übernehmen und mussten noch die Passwörter usw. austauschen. Nachdem die beiden uns dann eine Kurzeinführung in den Van und seinen Funktionen gegeben hatten (wobei wir uns übrigens trotz langer Hose und Pullis den A**** abgefroren haben) setzten wir sie bei ihrer letzten Unterkunft in der Nähe des Flughafens ab, da es für sie am nächsten Tag nach Hawaii gehen sollte. Sie verabschiedeten sich schweren Herzens von ihrem Van und wir wünschten uns gegenseitig „Safe Travels“ (Sicheres Reisen bzw. eine gute Reise).

Am ersten Abend übernachteten wir in unserem Van auf einem Supermarkt Parkplatz an dem öffentliche Toiletten und eine Picknick Area zur Verfügung standen. Nach 3 Monaten des Schwitzens, sollten wir uns nun auf einen knackigen Herbst bzw. Winter freuen. Nachts hatten wir knappe 6° Celsius. Im Van haben wir nicht gefroren, aber außerhalb unserer gemütlichen Decke, musste man sich eine lange Hose und eine Fleecejacke anziehen. Am ersten richtigen Tag organisierten wir uns erst einmal im Van und packten unsere Backpacks aus. Wir bemerkten, dass wir noch einige Änderungen vornehmen müssen, damit wir praktisch darin wohnen konnten. Viel Umräumen wollen wir nicht, deshalb wurden schon Pläne aufgestellt, wie was geändert werden soll. Dafür soll uns bald eine ganze Werkstatt zur Verfügung stehen (später mehr dazu). Der Wagen war schnell auf uns umgeschrieben und ordnungsgemäß angemeldet, sowie für das nächste Jahr auf den Straßen Neuseelands zugelassen. Das Ganze kann hier ganz leicht in jeder beliebigen Poststelle gemacht werden. Ziemlich problemlos sogar 😃 Jetzt musste nur noch eine Versicherung her. Denn anders als in Deutschland gibt es hier keine Haftpflichtversicherung. Man kann also nicht davon ausgehen, dass wenn man einen Unfall hat und man selbst nicht Schuld ist, der Unfallverursacher dagegen versichert ist. Es könnte also vorkommen auf seinem eigenen Schaden sitzen zu bleiben. Eine sogenannte „Third Party“ Versicherung kann man hier ganz freiwillig abschließen. Wir entschieden uns also dafür eine umfassende Versicherung abzuschließen, bei der z.B. auch der Diebstahl unseres Autos abgedeckt ist. 545$ (345€) sind dazu ziemlich gut investiert, wenn man danach sorgenlos durch Neuseeland cruisen kann 😉. Auch dem neuseeländischen Autoclub konnten wir durch die deutsche ADAC-Mitgliedschaft kostenfrei beitreten und werden jetzt bei einem unerwarteten Breakdown gerettet und mit Ersatzwagen und Unterkunft versorgt. Jetzt stand unserer Reise mit dem Van nichts mehr im Wege. Doch bevor es am nächsten Tag in Richtung Abel Tasman Nationalpark gehen sollte, wollten wir ein empfohlenes Quicksilver/Roxy-Outlet besuchen und uns mit langen Anziehsachen ausstatten. Dort angekommen erwartete uns tatsächlich ein Outlet-Traum 50-60% auf ALLES! Und wir sprechen hier nicht von unordentlichen Wühltischen, sondern von einem richtigen Shoppinggeschäft. Da wir sehr spät ankamen entschieden wir uns am nächsten Tag nochmal einmal hinzufahren und in Ruhe zu schauen, was wir alles so gebrauchen könnten. Auch die zweite Nacht verbrachten wir auf dem Supermarkt Parkplatz und machten uns am nächsten Morgen direkt auf zum Outlet, da wir noch eine 6-7 stündige Autofahrt vor uns hatten. Nachdem wir uns im Outlet mit warmen Anziehsachen ausgestattet hatten, fanden wir einen süßen Wochenend-Markt vor. Wir kauften richtiges Brot (Vollkornbrot) und schlenderten noch ein wenig über den Markt. Das erinnerte uns direkt an Zuhause 😊

Nun aber sollte es losgehen zu unserer ersten HelpX Stelle. HelpX ist eine Plattform, bei der sogenannte Hosts nach Helfern für ihre Farm, Ferienhausvermietung usw. suchen können. Man hat also sowohl als Helfer, als auch als Host ein Profil in dem man sich vorstellt und aufführt, was man sich für einen Aufenthalt vorstellt. Meist schreiben die Hosts eine Anzeige und die Helfer bewerben sich darauf. Kurz nachdem wir uns angemeldet und unser Profil erstellt hatten, schrieb uns Lawrence an. Er fragte, ob wir Lust hätten in den Norden der Südinsel zu kommen und bei Arbeiten wie Streichen, Häuserreinigen und anderen Arbeiten rund um’s Haus zu helfen. Nicht lange überlegt, sagte wir zu und hatten unsere erst HelpX-Stelle. Der Deal dabei ist, dass man für 4 Stunden pro Tag hilft und dafür die Unterkunft und gesamte Verpflegung gestellt bekommt. Uns erwartete eine besondere Ferienhausvermietung, wie wir vor Ort erfahren sollten. Die Fahrt durch das Inland von Neuseeland war traumhaft. Was für eine Landschaft!

Auch wenn wir noch nicht einmal in der Nähe von der berühmten „Mittelerde“ waren, sah alles so aus, wie in den Herr der Ringe Filmen. Wir kamen aus dem Staunen kaum heraus. Auf der Fahrt rief uns Lawrence dann an, dass er abends noch einen Termin habe und uns das „Hippie Haus“ zum Schlafen vorbereitet hatte. Wir kamen in der Dunkelheit im kleinen Wainui, direkt in der Golden Bay gelegen an und konnten schon ahnen, welch ein Ausblick auf die Bucht am nächsten Morgen auf uns wartete. Doch erst einmal mussten wir unser Bettchen für die Nacht finden, denn das Hippie Haus stellte sich als eine kleine Baustelle heraus. Die Zimmer waren so verwinkelt, dass wir erst beim zweiten Hinsehen das Schlafzimmer fanden 😃. Es roch noch etwas streng nach Lack und Farbe, aber das Bett war seeeeeehr bequem. Das Hippie Haus machten seinem Namen alle Ehre, denn das Bad befand sich außerhalb in einem kleinen Holztoilettenhäuschen. Mit Lawrence hatten wir uns am nächsten Tag um 9h zum Frühstück verabredet. Lawrence und Kylie begrüßten uns mit (laut Lawrence sogenannten) „Schwimmeiern“, also Egg Benedict/Poached Eggs, und Räucherlachs (oh jaaaa 😃). Wir stellten einander vor und erfuhren, dass Lawrence eine deutsche Ex-Frau, mit der er sich noch ziemlich gut versteht und zwei Söhne (25 und 27) hat. Er versteht also ein wenig deutsch und kennt sich mit guter deutscher Qualität in verschiedensten Bereichen aus. Er schätzt die Deutschen für ihre innovativen Ideen und ihren Fleiß. Deshalb hatte er uns angeschrieben, sagte er…auf deutsche Paare ist Verlass. Na dann hast du dir das richtige Pärchen ausgesucht 😉 Nachdem Frühstück stand dann unsere erste Arbeit auf dem Programm. Drei der vier Häuser mussten für die neuen Gäste gereinigt werden. Gut organisiert, erklärte er uns die Vorgehensweisen und schon waren wir dabei, die Häuser vorzubereiten: Staubwischen, Badreinigen, Betten neu beziehen usw. die ersten 4 Arbeitsstunden vergingen wie im Flug. Das reinigen hält sich übrigens in Grenzen, da die Gäste die Häuser meist auch ziemlich sauber wieder verlassen. Die beiden luden uns dann zu einem early Dinner in ihrem „Rata Camp“ ein. Dieses kann man sich wie eine große offene Garage vorstellen, in der sich Lawrence einen Platz für Lagerfeuer, eine Küche und einen Aufenthaltsraum geschaffen hat. Es gab „Salmonwings“ (Lachsflügel), Kartoffeln und Salat. Hach so gutes Essen hatten wir uns erhofft 😊

Ein Spaziergang in der Wainui-Bucht während des Sonnenuntergangs konnten wir uns natürlich nicht nehmen lassen. Hier ein paar Fotos davon:

 

 

 

 

 

 

Übernachten durften wir dann im „Little Greenie“, da für die Nacht keine Gäste dort eingebucht waren. Huiuiui 😊 Eine Badewanne draußen auf der Terasse, ein riesen Super-King-Size Bett, eine eigene Küche uvm. Hier der Ausblick vom Bett aus:

Am nächsten Tag hatten wir dann erst einmal frei und bereiteten nur das Little Greenie für die nächsten Gäste vor und zogen wieder in das Hippie Haus. Da das Internet nicht so wollte wie wir, fuhren wir zum 20 km entfernten Takaka, die nächst größere Stadt und nutzen das Wifi in der Bibliothek dort. Wir organisierten einige Dinge und gingen danach groß einkaufen. Da es so geplant war, dass ich uns meistens bekochen sollte (mit der Hilfe meines Zuchefs Timo natürlich), kauften wir alles für die ersten 3-4 Tage ein. Diesmal ging die Rechnung ja auf Lawrence. Wir brauchten also nicht so Knausern, wie wir es getan hätten, wenn wir die Rechnung bezahlen müssten 😉 Das kleine Takaka stellte sich als süße kleine Hippie-Stadt heraus. Kleine Cafés, Lädchen und Shops laden zum Schlendern ein. Wieder in Wainui angekommen machten wir das Lagerfeuer an und grillten Hähnchenbollen über dem Feuer…noch ein Festessen 😊 Danach ging es in unser Baustelle-Hippie-Haus, welches am nächsten Tag auf dem Plan stand.

Lawrence hatte uns angeboten, dass wir seine SUP Boards (Stand Up Paddel Boards) benutzen dürfen, um in der Bucht eine kleine Tour zu machen. Da gutes Wetter vorhergesagt war, verabredet wir uns für 8:30h damit er uns alles erklären konnte. Wir schnappten uns also die Boards und fuhren mit unserem Dienstwagen runter zum Strand. Laut Lawrence sollten wir uns entlang der Küste halten und nach Stachelrochen Ausschau halten. Kaum 5 Minuten auf dem Wasser, entdeckte ich schon einen. Timo hatten leider erst später Glück. Doch auf der einstündigen Tour haben wir bestimmt 6-7 riesige Rochen gesehen. Richtig cooool, da das Wasser nicht so tief war, war man den Tieren so nahe. Unglaublich. Und dann noch der Ausblick:

Um 11 Uhr begann dann unser Arbeitstag. Auf dem Plan stand Autowaschen, Böden schleifen, Außenwände lackieren, die Hippie-Haus Küche wieder wohnlich einrichten und den Müll aus dem Rata Camp recyclen. Abends gab es dann Champignon-Geschnetzeltes mit Kartoffelpürre (leider wollten die Kartoffelknödel ohne Speisestärke nicht gelingen) und Salat. Lawrence freute sich sehr über das deutsche Essen, was er so vermisst, seitdem er von seiner deutschen Frau getrennt ist 😃 Wir unterhielten uns noch mit Lawrence und ließen den Abend bei einem Feierabendbierchen/-radler/-wasser (hahaha) ausklingen.

Unsere erste Woche verbrachten wir damit unser Hippie Haus auf Vordermann zu bringen. Hier ein paar Fotos – vorher:

Nachher:

 

 

Für das Wochenende hatten sich Lawrence’s Sohn Amani und seine Freundin Amy (oder wie sie liebevoll genannt werden : Amamy) angekündigt, um bei der Fertigstellung des Hippie Hauses zu helfen. Bevor Amani, Amy und Kylie ankamen wollten wir noch ein wenig Sport treiben. Unser Highlight der Woche war dann unsere Jogging-Tour über einen der Walking-Tracks des Abel Tasman Nationalparks. Für 10km haben wir ganze 1 ½ Std. gebraucht, da es so steil war und wir an einigen Stücken nur gehen konnten. Aber die Anstrengungen haben sich gelohnt, denn der Ausblick war der Wahnsinn:

Am Abend haben wir gemeinsam gekocht und das neue-alte Wohnzimmer des Hippie Hauses eingeweiht:

Da es uns hier wirklich super gut gefällt haben wir uns überlegt noch bis Anfang Juni zu bleiben und Lawrence weiter zu helfen, da ab Juni dann ein Hausmeister für die Häuser kommt und er dann nicht nochmal Woofer (Helfer) finden muss. Bis dahin werden wir wohl unsere Zeit hier richtig genießen:

An Muttertag haben wir natürlich auch gedacht und unseren Mamis ganz besondere Grüße zukommen lassen:

Da wir für einen Wlan-Zugang 20km fahren, werden wir jetzt gesammelt Beiträge verfassen 🙂 Bis dahin senden wir euch schöne Grüße nach Deutschland!

25.04.2017 Back to the roots

Am morgen des 25.4. ging es dann um 5:30h Richtung Phnom Penh Flughafen. Bye Bye Cambodia…HELLO THAILAND!

In Chiang Mai kannten wir uns ja schon etwas besser aus, da wir am Anfang der Reise dort einen Zwischenstopp eingelegt hatten. Diesmal wählten wir das Monkey Toe Guesthouse als Unterkunft, welches wir damals schon von außen betrachtet ganz cool fanden. Dies sollte sich dann auch im Inneren bestätigen. Michael, einer der Besitzer, half uns bei allen Fragen rund um unsere Pai-Reise. Denn es sollte mit dem Roller für 2-3 Tage in ein schönes Hippie-Dorf in den bergigen Norden gehen. Schnell hatten wir alles organisiert, sodass wir uns am nächsten Morgen auf nach Pai machten. Die Fahrt alleine, war schon eine Reise wert. Fast 2 ½ Stunden fuhren wir ungefähr 367 Kurven den Berg hinauf. Rundherum wirklich atemberaubende Natur soweit das Auge reicht. In Pai wollten wir uns dann in unseren letzten Tagen in Asien noch etwas gönnen. Deshalb kamen wir in einem schönen kleinen Bungalow Resort mit Pool unter. Für 11€ pro Person/Nacht hatten wir uns eine Luxusunterkunft ausgesucht 😊

Und die ganzen Restaurants und Cafés erst…(stellt euch unsere Herzchen-Augen vor) es war sooooo schön dort. Süße kleine Läden, Cafés und Unterkünfte reihten sich dort in die kurvigen kleinen Straßen von Pai. Jeden Abend gibt es dort einen Streetfood Market, der wirklich alle Geschmäcker bedient. Von veganem Essen bis hin zu Auflauf und Lasagnen a la Streetfood Art.

Wir genossen das Bummeln über den Markt und schauten uns vor allem die selbstgemachten Lederaccessoires, für die Pai berühmt war, an. Viele Verkäufer hatten dieses typische, jedoch angenehme, Hippie Flair und verkauften eigene Kunst, wie Bilder, Ketten uvm. Mit den Rollern fuhren wir dann noch eine ganze Strecke Richtung Mae Hong Son hoch von wo aus der „Loop“ über Chiang Rai zurück nach Chiang Rai führt. Leider hatten wir das nicht mehr in unsere Planung mit reinnehmen können. Die Strecke versprach jedoch einiges, sodass wir diesen Loop sehr empfehlen können. Naja vielleicht auf dem Rückweg 😊

Die drei Tage vergingen wie im Flug. Zurück in Chiang Mai wollten wir noch einmal Ausschau nach nützlichen Anziehsachen halten, wurden allerdings nicht fündig. Beim Frühstück am vorletzten Tag bemerkte Nora plötzlich, dass sie ihren Flug von Chiang Mai nach Bangkok für den 1. Juni gebucht hatte. Also einen Monat zu spät 😃 Gut, dass es ihr noch aufgefallen ist, bevor es zu spät war. Nachdem wir den Schock verarbeitet hatten bucht sie sich kurzerhand für 45€ in denselben Flug wie wir, sodass wir gemeinsam am 1.5. nach Bangkok flogen. Chiang Mai können wir übrigens sehr empfehlen! Das Streetfood ist der Hammer und vor allem der Nightbazar ist richtig cool. Schöne Bummelstände und leckeres Essen, gekrönt mit Live-Musik…wir tanzten im Regen unter dem Dach direkt vor der Bühne und genossen den letzten Abend mit einem witzigen Briten namens Reece.

Aber bevor es weiter nach Bangkok ging, hatten wir ja noch ein Date mit den Elefanten im „Elephant Nature Park“ eine Stunde außerhalb von Chiang Mai. Noras Geburtstagsgeschenk 😊 Morgens wurden wir im Hostel abgeholt und auf der Fahrt zur Sanctuary zeigte man uns einen Informationsfilm, in dem gezeigt wurde, wie die Elefanten dazu gequält werden, bis man auf ihnen reiten kann. Im Video sprachen sie davon, dass die Elefanten gebrochen werden und ihr Wille unterdrückt wird. Wirklich sehr traurig und unmenschlich, wie mit ihnen umgegangen wird. Die Sanctuary hat sich zur Aufgabe gemacht, die Elefanten und vor allem, die denen es wirklich schlecht geht, aus solchen Camps zu retten. Noch immer ist es in Thailand erlaubt die Touristenattraktion des Reitens anzubieten. Unglaublich, da man heutzutage doch weiß, dass Elefanten mit den sogenannten Elefantenhaken unter Kontrolle gehalten werden, damit Touris ihren Spaß haben. An alle die das lesen und schonmal auf Elefanten geritten sind: Sorry, aber schämt euch! Habt ihr mal darüber nachgedacht, wie man einem so großen Tier sowas beibringt? Na dann googelt mal…
Naja jedenfalls kam man in diesem Park ziemlich nah an die Tiere heran. Man konnte sie füttern, waschen und sie einfach bei ihrem Treiben im Schlamm oder Fluss beobachten. Wirklich erschreckend war die Vielzahl an behinderten, blinden oder entstellten Tieren dort. Hier ein Foto von einer Elefantendame, die in jungem Elefantenalter von einem hinabrollenden Stein am linken Vorderbein getroffen wurde. Der Bruch ist, wie auf den Bildern zu sehen ist, nicht korrekt zusammengewachsen und dementsprechend hat sich eine komplette Fehlhaltung entwickelt.

Auch wenn wir wissen, dass der Umgang mit Menschen nicht zum natürlichen Lebensraum der Elefanten gehört, sind wir uns sicher, dass es den Elefanten dort gut geht. Denn man darf nicht vergessen, dass die meisten, wenn nicht gar alle, Elefanten in Gefangenschaft geboren sowie aufgewachsen sind und in der Natur keine Chance hätten zu überleben. Betrachtet man es also aus dieser Perspektive, so sollte man das Camp in jedem Fall für seine Arbeit loben. Damit ihr besser versteht was wir meinen, hier unsere Erinnerungsfotos an einen Tag im Elefantenparadies 😊

Und dann war auch schon der Tag gekommen, an dem es für Timo und mich alleine weitergehen sollte. Am 1.5. reiste Nori ab. Schon sehr komisch, denn wir verbrachten immerhin 3 Monate 24/7 miteinander. Auch, wenn sie für 1 ½ Monaten das angebliche 5. Rad am Wagen gewesen sein soll (wie es alle anderen nannten), warst du keinesfalls unser 5. Rad! Du hast zu unserer kleinen Reisefamilie gehört, aber das weißt du ja 😊 Danke für die unvergessliche Zeit! So viel erlebt man nicht mit jedem seiner Freunde! Wir sind froh, dass du mit dabei warst und hoffen, dass du es ohne uns in Deutschland aushalten wirst 😃 😉 Wenn nicht, du weißt ja wo du uns finden wirst!

Die übrigen schweißtreibenden Tage in Bangkok verbrachten wir damit Kaufhäuser nach Schnäppchen für lange Kleidung abzuklappern und ins iMax (eine riesen Kinoleinwand) zu gehen. Am letzten Abend machten wir noch eine „Freetour“ für 2,50€ durch Silom 😃 und genossen den letzten Abend bei günstigem Streetfood das Treiben von Bangkok. Denn am nächsten Tag sollte der nächste Abschnitt unserer großen Reise beginnen…

 

15.04. – 25.04.2017 Die Insel der Gegensätze – uuund nochmal Phnom Penh

Die letzte Insel unserer SOA-Reise sollte die kleine und ruhige Insel Koh Rong Sanloem im Golf von Thailand sein. Die Mehrzahl der Backpacker kommt auf der größeren Insel Koh Rong unter und erlebt dort wilde Partynächte, für uns sollte es etwas ruhiger werden. Von Sihanoukville aus setzten wir mit einer Fähre zuerst nach Koh Rong über, um dort mit einer sehr gemütlich tuckernden Fähre weiter zu unserem Ziel zu fahren. Nach der schaukelnden Fahrt mit der Speedferry, war die zweite Strecke viel entspannter. Wir saßen an Deck und genossen die kühle Brise, die uns ins Gesicht wehte.

Mit geschulterten Backpacks stapften wir auf dem hölzernen Pier der M‘pai Bai in Richtung unserer Unterkunft. Bekanntlich ist der 1. Eindruck ausschlaggebend in vielen Lebenssituationen, so auch an diesem Nachmittag. Als wir den Pier verließen, sammelte Koh Rong Sanloem auf jeden Fall keine Pluspunkte. Khmer New Year war immer noch in vollem Gange und sorgte für ausreichend Plastiktüten, Bierdosen und sonstigen Müll im Wasser sowie auf dem Hauptweg der Bucht. Der Weg zu unserem Hostel führte uns parallel zur Küste über eine kleine Brücke, deren überquerter Tümpel die lokale Müllsammelstelle zu sein schien.

Unser Hostel Coast 23 lag unmittelbar hinter der Brücke und machte keinen wirklich besseren 1. Eindruck. Naja, wir hatten leider bereits zwei Nächte im 12er Dorm gebucht und waren zu sparsam nochmals ein paar Dollar für eine bessere Unterkunft auszugeben. Offensichtlich wurde das Hostel von Europäern geführt, die aber, wie so viele Auswanderer in Kambodscha, die Marotten der Einheimischen annehmen und gefühlt den ganzen Tag in der Hängematte fläzen und nichts tun. Es gab keine Sitzmöglichkeiten, der Eingangsbereich war wenig einladend (ein Chaos an Klamotten) und die Küche, wenn man dies so nennen konnte, hätte eine Generalüberholung benötigt, sofern hätte gekocht werden sollen. Hinzu kommt, dass wir dieses Hostel ausgewählt hatten, um Oma Claus am Ostersonntag zum 93. Geburtstag gratulieren zu können. Auf Kathis Nachfrage, wie das Passwort des WLAN’s lautete, kam nur die patzige Antwort: „Es gibt kein WLAN. Nur wenn wir einen Hotspot über das Handy freischalten, aber das machen wir selten.“ Dass wir deshalb hier abgestiegen und jetzt verärgert waren, juckte die Frau wenig. Es wird mit etwas geworben, was nicht vorhanden ist. Hier sollte der Verbraucherschutz mal vorbeischauen. Das Grundstück an sich war wirklich schön, nur die Mieter anscheinend nicht gewillt es aufzubereiten. Uns stört an diesen Menschen ganz besonders, dass keine Skrupel vorhanden sind und trotzdem zu hohe Preise verlangt werden. Für 7$/Nacht/Nase haben wir schon in „Luxushostels“ geschlafen, aber im Coast 23 gibt es keinen Grund für diesen Preis. Ärgerlich…Wir haben den Rest des Tages dann genutzt, um uns nach anderen Hostels umzuschauen, da wir das Inselflair noch nicht verlieren wollten. Fündig wurden wir dann in einem Hostel namens „The Drift“, welches von einem wirklich super coolen Dänen geführt wird. Dieser vertritt eher unsere Einstellung und wirbt zum Beispiel mit „One Ricebag full of Rubbish à One free Beer!“ Man wird also noch belohnt, wenn man etwas für die Umwelt tut und auf der Insel Müll einsammeln geht 😊 Und auch sonst, hat er sich einiges bei seinem Hostel gedacht: Bei jeder Übernachtung geht 1$ an eine soziale Kinderhilfsorganisation für die er schon über 15000$ innerhalb von 3 Jahren gesammelt hat! Super Typ…sowas unterstützt man doch gern!

Am nächsten Tag sind wir früh aufgebrochen, um Kayaks zu ergattern, mit denen wir die umliegenden Strände leichter erreichen konnten. Glück gehabt, es gab noch genau 2 Kayaks und 3 Paddeln. Unser 1. Ziel war die gegenüberliegende „Snake Island“ auf der alle giftige Schlangen von Koh Ron ausgesetzt werden. Tim, unser Schweizer, hatte uns dort eine einsame Bucht empfohlen. Leider wurden wir wieder mit angespültem Müll konfrontiert, sodass wir nur um die Insel herumpaddelten und immer mal wieder Halt zum Schnorcheln machten. Unglaublich wie riesig hier die Seeigel sind. Wirklich wieder einmal eine atemberaubende Natur. Weiter ging es zur vielversprechenden „Clearwater Bay“. Hier hatten wir diesmal nicht zu viel erwartet…das Wasser war wirklich strahlend Blau und sooooo klar. Endlich hatten wir unseren Traumstrand gefunden. Dort erholten wir uns ein wenig bevor wir zum Sonnenuntergang zurück zu unserer M’Pai Bay paddelten. Wir beendeten den Tag also mit einer 45-minütigen Paddeleinheit, die unsere Arme gut forderte.

Die nächsten beiden Tage verbrachten wir am naheliegenden „Eco Beach“, welcher nicht viel weniger zu bieten hatte als die Clearwater Bay. Wir lasen, entspannten und ließen uns von den Sandflies ärgern. Nora hatte es am ersten Abend so schlimm erwischt, dass man fast keine freien Hautpartien ohne Stiche an der Wade sah. Ich (Kathi) hatte mich mit Autan, langer Hose und Longsleeve bei 35° davor gewappnet. Auch nachts konnte man ohne Mückennetze dort quasi nicht überleben. Nori hatte am ersten Tag den Fehler gemacht, das vorhandene Netz nicht nochmal von innen auf Mücken zu überprüfen und wachte am nächsten Tag mit tausenden Stichen auf. Der Übeltäter war schnell gefunden und terminiert worden. Von nun an wurde meine akribische Suche innerhalb des Netzes übernommen. So lagen wir abends beide mit unseren Handys im Bett und leuchteten das ganze Netz nach diesen blöden Viechern ab. Wir sind wahrhaft stolz, dass wir es trotz dieser Plage dort solange ausgehalten haben.

Am 4. Tag machten wir gemeinsam mit den Bloggern Jessie und Daniel und den Schweizern Gina und Thomas einen Ausflug mit dem Boot zum „Saracen Beach“. Auch hier wurden wir mit türkisfarbenem Wasser und weißem Sandstrand überrascht. Eine wunderschöne Bucht bei der man in kleinen Bungalows direkt am Strand übernachten konnte. Hier wäre es allerdings zu teuer für uns gewesen. Entlang des Strandes standen Schaukeln im Wasser, die die Kulisse noch paradiesischer machten. Von diesem Strand aus hätte man auch einen Leuchtturm besuchen können. Allerdings hätte man dafür 1-1 ½ Std. durch den Dschungel wandern müssen, was uns persönlich zu heiß war. Wir entspannten und unterhielten uns alle im Schatten der schönen Bucht. Jessie und Daniel haben uns einige Anekdoten aus ihrem Afrikaurlaub erzählt und wir konnten ihnen ein paar Tipps für Vietnam geben.

Um 17h holte uns dann das Boot wieder ab und zurück ging es zu unserer Bucht. Kulinarisch hatte die Insel bis zum 4. Tag auf der Insel nichts zu bieten, da viele der Restaurants aufgrund des Khmer New Year geschlossen hatten, da sie nicht mit Lebensmitteln versorgt worden waren. Dies sollte sich an diesem Abend ändern. Die ganze „Saracen Beach Crew“ ging gemeinsam im Fishing Hut essen. Es gab eine große Auswahl an veganen Gerichten für unsere Blogger und auch Fleisch vom BBQ für alle anderen. Für 6$ konnte man so viel essen, wie man mag. Jedes verschwendete Essen sollte jedoch mit 5$ Strafe geahndet werden. Auch hier unterstütze die Besitzer einen guten Zweck, die Trinkgelder oder Strafen wurden an ein lokales Sozialprojekt gespendet, welches für die medizinische Versorgung der Locals sorgt.

Die nächsten Tage verbrachten wir damit noch einmal zur Clearwater Bay zu Hiken, wobei der Weg dorthin eine knappe Stunde durch den Jungle verlief (nicht mit Flip Flops zu empfehlen 😉). Auch am letzten Tag genossen wir noch einmal das Strandfeeling und unser All you can eat im Fishing Hut. Wie ihr sicherlich bemerkt habt, sind die Preise hier nicht gerade niedrig…naja allgemein war Kabodscha nicht so günstig, wie wir es wartet hatten, aber auf der Insel hat es alles noch einmal getoppt. Deswegen waren wir etwas froh auch wieder in Richtung Festland zu kommen, auf dem man immer günstiges und leckeres Streetfood findet.

Am 21.4. setzten wir dann mit einer Stunde Verspätung über nach Sihanoukville. Für uns sollte es ins einsame an der Küste gelegene „Monkey Maya“, 20 km außerhalb von Sihanoukville gehen. Schon auf der Fahrt hin zum Hostel bemerkten wir, dass wirklich nichts fußläufig von der Unterkunft aus zu erreichen war, was für uns bedeutete, dass wir auf das Essen im Monkey Maya angewiesen sein würden, aber ok…erstmal abwarten. Die Lage des Hostels war wirklich wunderschön. Etwas höher gelegen konnte man direkt auf das Meer schauen und beim Essen die Natur drumherum genießen. Aber um beim Essen zu bleiben…auch hier war es wieder ziemlich teuer (fast europäische Preise) und da wir ja auf das Essen angewiesen waren, hätte wir die Preise zahlen müssen. Da uns aber auch die ganzen Mosquitos und Sandflies auf die Nerven gingen und unsere Körper nach gekühlten Räume schmachteten, entschieden wir uns dafür nur eine Nacht zu bleiben und uns dann auf den Weg nach Phnom Penh zu machen. Von dort aus geht nämlich unser Flieger am 25.4. nach Chiang Mai.

Angekommen in Phnom Penh genossen wir die gekühlten Zimmer und den hostel-eigenen Pool. Auch unser geliebtes Streetfood hatten wir zurück…für gerade einmal 2 Euro gab es sehr saftige Rippchen, frittierten Thunfisch, Reis, Ei und ein Getränk. Wir waren zurück im Food-Heaven 😊 Die drei letzten Tage in Kamodscha verbrachten wir am Pool und versuchten den Blog-Workload wieder aufzuholen, den wir auf der Insel haben schleifen lassen…vergeblich.

14.04.2017 Happy New Year

Geschrieben im Billabong Hotel in Phnom Penh

Den Freitag verbrachten wir wieder im Hostel und am Strand. Wir wussten, dass über das gesamte Wochenende in Kambodscha, Thailand und weiteren asiatischen Ländern New Year gefeiert wird. Traditionell findet dazu eine große Wasserschlacht statt. Thailand ist bekannt für dieses Spektakel. Uns sagte man, dass es wenig ruhiger, aber nicht ganz trocken in Sihanoukville ablaufen sollte. Leider bekamen wir von den Feierlichkeiten kaum etwas mit. Natürlich treffen sich ein paar Familien auf den Straßen, aber eine große offizielle Feierlichkeit haben wir nicht gefunden. Umso schöner war es dann, als wir nach einem leckeren Abendessen die Straße zum Hostel zurückschlenderten. Eine Familie hat kurzerhand die Straße vor ihrem Haus in eine Tanzfläche verwandelt. Es dauerte nur wenige Augenblicke und wir fanden uns mitten drin im Getümmel, mit nicht- und alkoholischen Getränken. Unter den Tanzenden waren auch ein schwedisches Päärchen, ein paar Jahre jünger als wir und schon gut dabei. Gemeinsam tanzten wir, stießen mit den Khmer an und grölten ihre Lieder. Als ein Lied zu Ende war hörten wir plötzlich folgende Durchsage: „Bitte warten.“ Überrascht und verwundert schauten wir uns an, gaben aber nicht viel drum, weil wir dachten wir hätten uns verhört. Aber tatsächlich kam im Anschluss eine Frau so groß wie R2D2 mit neuen Getränken auf uns zu und fragte uns nach unserer Herkunft. Als sie erfuhr, dass wir aus Deutschland stammen, wechselte sie problemlos auf fließendes Deutsch. Ihren Mann hat sie in den Ferien in Kambodscha kennengelernt. Jetzt lebt sie mit ihm und ihren 2 Kindern in Stuttgart und besucht über Khmer New Year ihre Familie in Sihanoukville. Ein lustiger Zufall 😃. Wir waren die letzten auf der Party und die übrigen Partygäste hatten schon einige Bier intus, sodass mit unserem Verlassen die Party endgültig ihr Ende gefunden hatte.

12.04.2017 Unglaubliche Natur im Bokor Nationalpark

Schorsch machte sich schon um 8 Uhr erneut zum Mechaniker auf, weil dieser trotz 50$ Bezahlung, die abgesprochenen Reparaturen nicht erledigt hatte. Angeblich ist er der beste Mechaniker der Stadt, aber bisher springt Schorsch’s Moped zwar besser an, aber alle anderen Probleme sind nicht behoben worden. Nachdem wir bis 9:30 Uhr geschlafen hatten, am Vorabend gab es Live-Music bis spät in die Nacht, trafen wir uns um 11 Uhr zum Frühstück im Sisters 2. Gegen 14:30 Uhr fuhren Kathi, Nora und Ich in den Bokor Nationalpark. Die Strecke mit 1000 Höhenmetern bestand aus einer frisch geteerten Straße und unglaublich vielen Kurven. Ein Traum für Motorradfahrer. Ich denke, diese Straße ist die beste in ganz Kambodscha. Der Grund dafür ist simpel: Sie wurde nicht von Kambodschanern gebaut, sondern von Chinesen😃. Oben auf dem Berg gibt es ein riesiges Resort inklusive Casino, betrieben von Chinesen und nur für dieses Resort wurde extra eine Straße durch den Nationalpark gezogen. Unglaublich waren wieder die zahlreich begonnenen Bauten, bei denen Fundamente aus der Erde ragen, aber einfach nicht zu Ende gebaut werden/wurden. So auch das „Old Casino“, welches wie ein Geisterhaus oben auf einem Hügel gebaut wurde und nie in Benutzung war. Weiter ging es Richtung „500 Rice Fields“. Wir erwarteten einen Ausblick auf zahlreiche Reisfelder, welche sich jedoch als eine Art Steinformation herausstellten, die angeordnet waren wie Reisfeldterassen. Trotzdem hatten wir einen unglaublichen Ausblick auf den Nationalpark, der bis auf das Resort und die angefangenen Bauten, unberührt blieb.

Abends gönnten wir uns eine Pizza im „Ciao“ und fielen danach zufrieden ins Bett. Am nächsten Tag sollte es für uns um 10:30h weiter nach Sihanoukville gehen.

11.04.2017 Splish, Splash!

Geschrieben im Karma Traders in Kampot

Frühstück im Sisters 2, um 10 Uhr waren wir im Arcadia, einem schönen Wasserpark am sauberen Teil des Flusses. So steht es tatsächlich auf der Homepage 😃. Für 5$ kann man sich auf ganz unterschiedliche Arten auf der Wasseroberfläche zerlegen. Eine Wasserrutsche, ein riesen Wasserkissen (zwei springen drauf, einer fliegt durch die Gegend 😃), eine Russian Swing und für die gemütlicheren gab es eine Plattform zum Entspannen in der Mitte des Flusses. Wir hatten einen heiden Spaß an diesem Tag.

Leider nur Screenshots aus Videos, da wir zu beschäftigt waren Fotos zu machen 😀

Unser Abendessen nahmen wir an unserem Stamm-Street-Food-Stand zu uns. Der Abend brachte Live Musik im Hostel.

10.04.2017 Da, wo der Pfeffer wächst

Geschrieben im Karma Traders in Kampot

Frühstück im Sisters 2, Mittagshitze abgewartet und gegen 15 Uhr (ohne Schorsch) zur „La Plantation“, Kampots größter Pfefferfarm, aufgebrochen. Schorsch hatte sich am Vortag im Schatten beim Basteln den Rücken verbrannt und wollte ihn für den Fun Tag im Arcadia schonen. Der Weg zur Plantage war schon wieder ein Ereignis für sich. Sowohl die „Straßen“ dorthin, als auch die Natur, die uns erwartete. Seht selbst:

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Abends gabs dann original chinesiche Dumplings und Fresh Noodles, die vor unseren Augen zubereitet wurden.

09.04.2017 Ein Ausflug zur Fish-Island

Geschrieben im Karma Traders in Kampot

Frühstück im Ellies. Schorsch war unter dessen mit seinem Moped unterwegs Teile kaufen. Als wir zurückkamen bastelte er fleißig im „kühlen“ Schatten des Hostels. Wir quatschten eine Weile und brachen gegen 15 Uhr, wie in guten alten Zeiten auf zur Fish Island. Auf dem Weg dorthin passierten wir bereits geerntete Salzfelder. Der Ausblick war traumhaft. Die Natur hier lässt einen immer wieder stauen. Am Ende der Insel hatten wir dann einen schönen Ausblick auf das offene Meer und fuhren im Sonnenuntergang wieder Richtung Hostel.

Abends gabs im Karma Traders das tägliche Familydinner bei dem man sich nachmittags anmelden konnte, um dann abends gemeinsam zu essen. Es gab eine leckere spanische Caspaccio mit Reis und Salat. Seeeeehr lecker 😊.

Danach ließen wir den Abend bei Super Mario Card auf einem Old School Nintendo 64 ausklingen.