29.11.2017 The German Fellowship

Geschrieben in Whangarei

Den dritten Tag, wir verließen mit Reece und Kathy als Letztes den Hut, teilten wir nette Wandergesellschaft mit Lukas, ach mist, Julian 😀 und Tim. Wie jeden Tag trafen wir unsere bekannten Verdächtigen und hatten schöne Gespräche besonders mit den 5 Schwestern (ich glaube so heißt auch ein Roman:D) und mit Reece und Kathy, die das frühe Aufstehen auch für unnötige Folter hielten. Sehr sympathisch. Auch am Abend zuvor haben wir mit den beiden Australiern, die zu Hochzeitsbesuch hier in Neusseland waren, den Abend verbracht.

Der letzte Hut, so hatte uns der Rastafarie-Warden vom Otuere Hut schon vorgewarnt, war das 5 Sterne Hotel auf dem Northern Circuit Walkway. Wir hatten uns schon ein bisschen über die geringe Gegenleistung für 35$/Nacht geärgert, denn in den beiden Huts zuvor war nie ausreichend Platz in der Küche und mit allen zusammen sitzen konnte man schon gar nicht. Manche waren immer draußen, weil es einfach zu eng war. Als wir aber dann im Waihohonu Hut eintrudelten, standen uns die Münder offen. Hinter großen Glasfenstern sahen wir die übrigen Hüttenbewohner mit Büchern liegen und die Größe des Huts war im Vergleich zu den vorherigen Hütten määächtig. Klar, erste Amtshandlung für uns: Betten klarmachen. Mit der nicht blonden und aber doch vollbusigen Schwedin und einer nicht englischsprechenden Asiatin teilten wir uns ein 4er Zimmer, angebunden an einen von zwei großen Schlafsäälen für 20 Personen. Doug, der Warden in diesem Hut, erinnerte uns von der Statur an einen zu groß geratenen Zwerg vom Stamm der Rotbärte, denn er war stämmig gebaut und hatte längere Kraushaare und, klar, einen Bart. Um jedem müden Tramper auch die Chance auf eine erholsame Nacht zu ermöglichen hatte Doug die den Hut in einen Schnarch- und einen Nicht-Schnarch-Schlafraum eingeteilt. Klar, dass die 4 Schwestern der Jüngsten keine Wahl gelassen haben:D.

Der Wohnbreich, Lobby, Küche und Casino zugleich

Julian und Tim entschieden sich ihre Zelte erst nach einem Bad im 10 Grad warmen Fluss aufzubauen. Doug empfahl uns eine seichte Stelle im Flussbett zum Schwimmen. Mit lautem Gewinsel plantschten wir für maximal 60 Sekunden im Flussbett und Reece und Kathy kamen lachend um die Ecke, auch bereit für die kühle Erfrischung. Wie sich herausstellen sollte waren wir aber nicht im 10 Grad warmen, sondern im 2 Grad kalten Fluss schwimmen. Reece war am Abend noch zu dem anderen See gewandert und hatte auch dort ein Bad genommen. Nach Rücksprache mit Doug dem alten Schlawiner stellte sich heraus, dass er sich mit den Wassertemperaturen vertan hatte… welch ein Zufall:D. Danke, Doug.

Den Abend verbrachten wir wieder bei netten Gesprächen und Spielen mit den üblichen Verdächtigen. Einen Neuzugang hatten wir an diesem Tag jedoch bekommen. Ein zu Beginn sehr ruhiger und zu gleich lustiger Franzose und seine sehr extrovertierte Begleitung – nicht Partnerin – schliefen auch in diesem Hut. Sie war eine typische Reisende, die nur von Hostel zu Hostel mit einem Bus reist und genau aus diesem Grund bekommt ihr Englisch die typische Reisenote eines Hostelbackbackers. Es hört sich ungefähr so an: You know, well, it’s like, you know, kind a like…I don’t know, you know, but it’s you know kind a like…whatever and stuff. Wer sich das wirklich lustige Hostelenglisch mal ganz genau und in aller Perfektion anhören will, der sollte sich den Dialog zwischen einer 22-jährigen Hostel-Reisenden, dem Kleinkünstler und Autor Mark-Uwe und dem kommuistischen Känguru (3. Teil, CD 4, Track 6, 3:00 Minuten) der Känguru Chroniken im Hostel anhören. Jeder, der auch nur einmal in einem Hostel abgestiegen ist, weiß wovon ich rede:D L.O.H.E.N.S.W.E.R.T – das gesamte Hörbuch. Whatever…

Ein neues und sehr interessantes Spiel für größere Gruppen aus Israel (Ben zeigte es uns) wurde bis zur Nachtruhe zum Stimmungsmacher. Auf israelisch heißt es „Schalachschschschschooschsch“. Auf deutsch: Das Stein-Spiel:D. Sehr, sehr amüsant. Reece und Kathy luden uns kurzerhand noch in ihr zu Hause nach Melbourne ein, als sie sich nach unseren weiteren Reiseplänen erkundigten. Unsere Unterkunft in Melbourne während der Australian Open ist also gesichert. Müde gingen wir gegen 9 Uhr in die waagerechte und halfen noch den wenigen Flüchtigen aus dem Schnarch-Raum ihr Nachtlager im Aufenthaltsraum auf Matratzen aufzubauen. Dann mal gute Nacht.

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