3.5. New Zealand Here we go!

Der Flug über Sydney nach Christchurch wurde leider nicht durch ein unerwartetes Upgrade in die Business Class aufgepeppt. Nichts desto trotz hatten wir einen guten Flug Down Under. Von Sydney nach Christchurch flogen wir sogar mit Emirates in einer Airbus A380. Dieses Flugzeug ist ja so unglaublich riesig mit seinen zwei Etagen. Und so unglaublich riesig es ist, so unglaublich leer war es leider auch. Wer kommt auf die Idee so eine riesen Maschine nach Neuseeland fliegen zu lassen😃?! Naja gut für uns, denn wir hatten jeweils 4 Sitze für uns alleine. Leider nur für 3 Stunden, die wir allerdings auch nicht zum Schlafen nutzen konnten, da wir für unser zweites Frühstück geweckt wurden 😃

In Christchurch wartete schon unser Auto auf uns. Denn was wir euch noch nicht erzählt haben…wir haben, als wir in Battambang (Kambodscha) waren, schon einen Van gekauft. Ja, wir wissen, dass das ziemlich riskant war, aber das französische Pärchen erschien zuverlässig und vertrauenswürdig. Die beiden hatten den Van vor 5 Monaten von Japan nach Neuseeland importiert und dann in einen Backpacker-tauglichen Van umgebaut. Dies haben sie alles auf ihrem eigenen Blog dokumentiert, sodass wir uns entschieden den Mazda Bongo zu kaufen. Ich hatte die Facebook-Gruppen, in denen Backpacker ihre Vans und Autos verkaufen, für eine lange Zeit vorher verfolgt und bin deshalb direkt auf den Bongo gestoßen. Denn meistens sind die Autos von vor 2000 und haben über 200.000km gefahren. Unser Bongo ist von 2008 und hat 170.000km auf dem Buckel. Somit haben wir also einen ziemlich guten Fang gemacht.

Marius und Camille erwarteten uns am Christchurch Flughafen mit einem sauberen Van, der bereit zum Reisen war. Aber Moment, die Einreise nach Neuseeland ist auch eine Erwähnung wert, denn im Flugzeug bekommt man ein Formular, welches man wahrheitsgemäß ausfüllen muss. Auf diesem Formular muss man angeben, ob man Camping-, Sport-, Tauchequipment einreist, wo man sich in den letzten 30 Tagen aufgehalten hat, ob man Essen dabei hat und und und…solange man alles „Declared“, also angibt, ist es gar kein Problem. Timos Wanderschuhe wurden bei der Kontrolle beschlagnahmt und kostenlos gereinigt, damit keine ausländische Erde reingetragen wird 😃 haha naja jetzt wissen wir, warum es hier keine Krankheiten gibt. Zudem wird das Gepäck, bevor man den Flughafen verlässt, noch einmal durch das Röntgengerät geschickt. Also zum dritten Mal alles auseinandergepflückt und auf‘s Band gelegt (man bemerke, dass wir seit BKK nicht einen Flughafen verlassen hatten). Endlich waren wir fertig mit der Immigration (auch mit dem Working Holiday Visum lief alles reibungslos).
Dann ging es mit Marius und Camille zu einem nahegelegenen Einkaufskomplex, wo wir alle organisatorischen Dinge erledigen konnten. Bei einer leckeren Flatwhite (Milchkaffee) wollten wir alles besprechen…doch plötzlich viel Timo auf, dass er gar nicht mehr unser blaues Mäppchen mit unseren Pässen, Führerscheinen und seine Trinkflasche hatte. Ach du grüne Neune! Im Auto lag es auch nicht…also konnten wir es nur noch am Flughafen vergessen haben (hoffentlich!). Uns blieb nichts anderes übrig, als nochmal hinzufahren. Gott sei Dank war er nur 10 Min entfernt. Das französische Pärchen war so nett, mit uns zu fahren und uns dann wieder einzusammeln, da das Parken am Flughafen natürlich sonst gekostet hätte. Die Dame an der Information sagte uns dann, dass das „Lost & Found“ schon geschlossen hätte und wir es bei der Flughafen Polizei versuchen sollten. Zum Glück war der Flughafen nicht so riesig, denn es kommen am Tag nur ungefähr 24 Flugzeuge dort an. Wir riefen also mit einem Flughafentelefon, die Polizei an und fragten nach unseren Sachen. Nach nicht einmal einer Minute kam uns ein Polizist mit unseren Sachen entgegen. Leicht grinsend aber dennoch mahnend übergab er uns unsere Mappe mit den Pässen und Timo’s Trinkflasche :-/ Noch einmal Glück gehabt (Puh! 😊)! Aber irgendwann musste es ja mal passieren, vorher lief alles zu glatt 😃

Glücklich ging es zurück zum Van und zum Shopping Center, um einige Dinge zu erledigen, die wir an dem Abend noch klären mussten. Denn wir konnten kostenlos auch die beiden Prepaid SIM-Karten der beiden übernehmen und mussten noch die Passwörter usw. austauschen. Nachdem die beiden uns dann eine Kurzeinführung in den Van und seinen Funktionen gegeben hatten (wobei wir uns übrigens trotz langer Hose und Pullis den A**** abgefroren haben) setzten wir sie bei ihrer letzten Unterkunft in der Nähe des Flughafens ab, da es für sie am nächsten Tag nach Hawaii gehen sollte. Sie verabschiedeten sich schweren Herzens von ihrem Van und wir wünschten uns gegenseitig „Safe Travels“ (Sicheres Reisen bzw. eine gute Reise).

Am ersten Abend übernachteten wir in unserem Van auf einem Supermarkt Parkplatz an dem öffentliche Toiletten und eine Picknick Area zur Verfügung standen. Nach 3 Monaten des Schwitzens, sollten wir uns nun auf einen knackigen Herbst bzw. Winter freuen. Nachts hatten wir knappe 6° Celsius. Im Van haben wir nicht gefroren, aber außerhalb unserer gemütlichen Decke, musste man sich eine lange Hose und eine Fleecejacke anziehen. Am ersten richtigen Tag organisierten wir uns erst einmal im Van und packten unsere Backpacks aus. Wir bemerkten, dass wir noch einige Änderungen vornehmen müssen, damit wir praktisch darin wohnen konnten. Viel Umräumen wollen wir nicht, deshalb wurden schon Pläne aufgestellt, wie was geändert werden soll. Dafür soll uns bald eine ganze Werkstatt zur Verfügung stehen (später mehr dazu). Der Wagen war schnell auf uns umgeschrieben und ordnungsgemäß angemeldet, sowie für das nächste Jahr auf den Straßen Neuseelands zugelassen. Das Ganze kann hier ganz leicht in jeder beliebigen Poststelle gemacht werden. Ziemlich problemlos sogar 😃 Jetzt musste nur noch eine Versicherung her. Denn anders als in Deutschland gibt es hier keine Haftpflichtversicherung. Man kann also nicht davon ausgehen, dass wenn man einen Unfall hat und man selbst nicht Schuld ist, der Unfallverursacher dagegen versichert ist. Es könnte also vorkommen auf seinem eigenen Schaden sitzen zu bleiben. Eine sogenannte „Third Party“ Versicherung kann man hier ganz freiwillig abschließen. Wir entschieden uns also dafür eine umfassende Versicherung abzuschließen, bei der z.B. auch der Diebstahl unseres Autos abgedeckt ist. 545$ (345€) sind dazu ziemlich gut investiert, wenn man danach sorgenlos durch Neuseeland cruisen kann 😉. Auch dem neuseeländischen Autoclub konnten wir durch die deutsche ADAC-Mitgliedschaft kostenfrei beitreten und werden jetzt bei einem unerwarteten Breakdown gerettet und mit Ersatzwagen und Unterkunft versorgt. Jetzt stand unserer Reise mit dem Van nichts mehr im Wege. Doch bevor es am nächsten Tag in Richtung Abel Tasman Nationalpark gehen sollte, wollten wir ein empfohlenes Quicksilver/Roxy-Outlet besuchen und uns mit langen Anziehsachen ausstatten. Dort angekommen erwartete uns tatsächlich ein Outlet-Traum 50-60% auf ALLES! Und wir sprechen hier nicht von unordentlichen Wühltischen, sondern von einem richtigen Shoppinggeschäft. Da wir sehr spät ankamen entschieden wir uns am nächsten Tag nochmal einmal hinzufahren und in Ruhe zu schauen, was wir alles so gebrauchen könnten. Auch die zweite Nacht verbrachten wir auf dem Supermarkt Parkplatz und machten uns am nächsten Morgen direkt auf zum Outlet, da wir noch eine 6-7 stündige Autofahrt vor uns hatten. Nachdem wir uns im Outlet mit warmen Anziehsachen ausgestattet hatten, fanden wir einen süßen Wochenend-Markt vor. Wir kauften richtiges Brot (Vollkornbrot) und schlenderten noch ein wenig über den Markt. Das erinnerte uns direkt an Zuhause 😊

Nun aber sollte es losgehen zu unserer ersten HelpX Stelle. HelpX ist eine Plattform, bei der sogenannte Hosts nach Helfern für ihre Farm, Ferienhausvermietung usw. suchen können. Man hat also sowohl als Helfer, als auch als Host ein Profil in dem man sich vorstellt und aufführt, was man sich für einen Aufenthalt vorstellt. Meist schreiben die Hosts eine Anzeige und die Helfer bewerben sich darauf. Kurz nachdem wir uns angemeldet und unser Profil erstellt hatten, schrieb uns Lawrence an. Er fragte, ob wir Lust hätten in den Norden der Südinsel zu kommen und bei Arbeiten wie Streichen, Häuserreinigen und anderen Arbeiten rund um’s Haus zu helfen. Nicht lange überlegt, sagte wir zu und hatten unsere erst HelpX-Stelle. Der Deal dabei ist, dass man für 4 Stunden pro Tag hilft und dafür die Unterkunft und gesamte Verpflegung gestellt bekommt. Uns erwartete eine besondere Ferienhausvermietung, wie wir vor Ort erfahren sollten. Die Fahrt durch das Inland von Neuseeland war traumhaft. Was für eine Landschaft!

Auch wenn wir noch nicht einmal in der Nähe von der berühmten „Mittelerde“ waren, sah alles so aus, wie in den Herr der Ringe Filmen. Wir kamen aus dem Staunen kaum heraus. Auf der Fahrt rief uns Lawrence dann an, dass er abends noch einen Termin habe und uns das „Hippie Haus“ zum Schlafen vorbereitet hatte. Wir kamen in der Dunkelheit im kleinen Wainui, direkt in der Golden Bay gelegen an und konnten schon ahnen, welch ein Ausblick auf die Bucht am nächsten Morgen auf uns wartete. Doch erst einmal mussten wir unser Bettchen für die Nacht finden, denn das Hippie Haus stellte sich als eine kleine Baustelle heraus. Die Zimmer waren so verwinkelt, dass wir erst beim zweiten Hinsehen das Schlafzimmer fanden 😃. Es roch noch etwas streng nach Lack und Farbe, aber das Bett war seeeeeehr bequem. Das Hippie Haus machten seinem Namen alle Ehre, denn das Bad befand sich außerhalb in einem kleinen Holztoilettenhäuschen. Mit Lawrence hatten wir uns am nächsten Tag um 9h zum Frühstück verabredet. Lawrence und Kylie begrüßten uns mit (laut Lawrence sogenannten) „Schwimmeiern“, also Egg Benedict/Poached Eggs, und Räucherlachs (oh jaaaa 😃). Wir stellten einander vor und erfuhren, dass Lawrence eine deutsche Ex-Frau, mit der er sich noch ziemlich gut versteht und zwei Söhne (25 und 27) hat. Er versteht also ein wenig deutsch und kennt sich mit guter deutscher Qualität in verschiedensten Bereichen aus. Er schätzt die Deutschen für ihre innovativen Ideen und ihren Fleiß. Deshalb hatte er uns angeschrieben, sagte er…auf deutsche Paare ist Verlass. Na dann hast du dir das richtige Pärchen ausgesucht 😉 Nachdem Frühstück stand dann unsere erste Arbeit auf dem Programm. Drei der vier Häuser mussten für die neuen Gäste gereinigt werden. Gut organisiert, erklärte er uns die Vorgehensweisen und schon waren wir dabei, die Häuser vorzubereiten: Staubwischen, Badreinigen, Betten neu beziehen usw. die ersten 4 Arbeitsstunden vergingen wie im Flug. Das reinigen hält sich übrigens in Grenzen, da die Gäste die Häuser meist auch ziemlich sauber wieder verlassen. Die beiden luden uns dann zu einem early Dinner in ihrem „Rata Camp“ ein. Dieses kann man sich wie eine große offene Garage vorstellen, in der sich Lawrence einen Platz für Lagerfeuer, eine Küche und einen Aufenthaltsraum geschaffen hat. Es gab „Salmonwings“ (Lachsflügel), Kartoffeln und Salat. Hach so gutes Essen hatten wir uns erhofft 😊

Ein Spaziergang in der Wainui-Bucht während des Sonnenuntergangs konnten wir uns natürlich nicht nehmen lassen. Hier ein paar Fotos davon:

 

 

 

 

 

 

Übernachten durften wir dann im „Little Greenie“, da für die Nacht keine Gäste dort eingebucht waren. Huiuiui 😊 Eine Badewanne draußen auf der Terasse, ein riesen Super-King-Size Bett, eine eigene Küche uvm. Hier der Ausblick vom Bett aus:

Am nächsten Tag hatten wir dann erst einmal frei und bereiteten nur das Little Greenie für die nächsten Gäste vor und zogen wieder in das Hippie Haus. Da das Internet nicht so wollte wie wir, fuhren wir zum 20 km entfernten Takaka, die nächst größere Stadt und nutzen das Wifi in der Bibliothek dort. Wir organisierten einige Dinge und gingen danach groß einkaufen. Da es so geplant war, dass ich uns meistens bekochen sollte (mit der Hilfe meines Zuchefs Timo natürlich), kauften wir alles für die ersten 3-4 Tage ein. Diesmal ging die Rechnung ja auf Lawrence. Wir brauchten also nicht so Knausern, wie wir es getan hätten, wenn wir die Rechnung bezahlen müssten 😉 Das kleine Takaka stellte sich als süße kleine Hippie-Stadt heraus. Kleine Cafés, Lädchen und Shops laden zum Schlendern ein. Wieder in Wainui angekommen machten wir das Lagerfeuer an und grillten Hähnchenbollen über dem Feuer…noch ein Festessen 😊 Danach ging es in unser Baustelle-Hippie-Haus, welches am nächsten Tag auf dem Plan stand.

Lawrence hatte uns angeboten, dass wir seine SUP Boards (Stand Up Paddel Boards) benutzen dürfen, um in der Bucht eine kleine Tour zu machen. Da gutes Wetter vorhergesagt war, verabredet wir uns für 8:30h damit er uns alles erklären konnte. Wir schnappten uns also die Boards und fuhren mit unserem Dienstwagen runter zum Strand. Laut Lawrence sollten wir uns entlang der Küste halten und nach Stachelrochen Ausschau halten. Kaum 5 Minuten auf dem Wasser, entdeckte ich schon einen. Timo hatten leider erst später Glück. Doch auf der einstündigen Tour haben wir bestimmt 6-7 riesige Rochen gesehen. Richtig cooool, da das Wasser nicht so tief war, war man den Tieren so nahe. Unglaublich. Und dann noch der Ausblick:

Um 11 Uhr begann dann unser Arbeitstag. Auf dem Plan stand Autowaschen, Böden schleifen, Außenwände lackieren, die Hippie-Haus Küche wieder wohnlich einrichten und den Müll aus dem Rata Camp recyclen. Abends gab es dann Champignon-Geschnetzeltes mit Kartoffelpürre (leider wollten die Kartoffelknödel ohne Speisestärke nicht gelingen) und Salat. Lawrence freute sich sehr über das deutsche Essen, was er so vermisst, seitdem er von seiner deutschen Frau getrennt ist 😃 Wir unterhielten uns noch mit Lawrence und ließen den Abend bei einem Feierabendbierchen/-radler/-wasser (hahaha) ausklingen.

Unsere erste Woche verbrachten wir damit unser Hippie Haus auf Vordermann zu bringen. Hier ein paar Fotos – vorher:

Nachher:

 

 

Für das Wochenende hatten sich Lawrence’s Sohn Amani und seine Freundin Amy (oder wie sie liebevoll genannt werden : Amamy) angekündigt, um bei der Fertigstellung des Hippie Hauses zu helfen. Bevor Amani, Amy und Kylie ankamen wollten wir noch ein wenig Sport treiben. Unser Highlight der Woche war dann unsere Jogging-Tour über einen der Walking-Tracks des Abel Tasman Nationalparks. Für 10km haben wir ganze 1 ½ Std. gebraucht, da es so steil war und wir an einigen Stücken nur gehen konnten. Aber die Anstrengungen haben sich gelohnt, denn der Ausblick war der Wahnsinn:

Am Abend haben wir gemeinsam gekocht und das neue-alte Wohnzimmer des Hippie Hauses eingeweiht:

Da es uns hier wirklich super gut gefällt haben wir uns überlegt noch bis Anfang Juni zu bleiben und Lawrence weiter zu helfen, da ab Juni dann ein Hausmeister für die Häuser kommt und er dann nicht nochmal Woofer (Helfer) finden muss. Bis dahin werden wir wohl unsere Zeit hier richtig genießen:

An Muttertag haben wir natürlich auch gedacht und unseren Mamis ganz besondere Grüße zukommen lassen:

Da wir für einen Wlan-Zugang 20km fahren, werden wir jetzt gesammelt Beiträge verfassen 🙂 Bis dahin senden wir euch schöne Grüße nach Deutschland!

8 Gedanken zu „3.5. New Zealand Here we go!“

  1. Haha! Den Teil über fast verloren gegangene Pässe und alles wichtige in einem (bei uns schwarzen Mäppchen) kennen wir! Nach cirka 45 Minuten Autofahrt weg von San Diego ist uns aufgefallen, dass wir unser Mäppchen verloren haben! Geniesst die Zeit, schaut gut zueinander und ich werd bestimmt immer mal wieder eure Geschichten verfolgen!!

    1. Haha ich glaube da muss jeder mal durch! Gott sei Dank haben wir alles zurück bekommen 😀 Euch auch noch eine tolle Zeit!!!

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