15.04. – 25.04.2017 Die Insel der Gegensätze – uuund nochmal Phnom Penh

Die letzte Insel unserer SOA-Reise sollte die kleine und ruhige Insel Koh Rong Sanloem im Golf von Thailand sein. Die Mehrzahl der Backpacker kommt auf der größeren Insel Koh Rong unter und erlebt dort wilde Partynächte, für uns sollte es etwas ruhiger werden. Von Sihanoukville aus setzten wir mit einer Fähre zuerst nach Koh Rong über, um dort mit einer sehr gemütlich tuckernden Fähre weiter zu unserem Ziel zu fahren. Nach der schaukelnden Fahrt mit der Speedferry, war die zweite Strecke viel entspannter. Wir saßen an Deck und genossen die kühle Brise, die uns ins Gesicht wehte.

Mit geschulterten Backpacks stapften wir auf dem hölzernen Pier der M‘pai Bai in Richtung unserer Unterkunft. Bekanntlich ist der 1. Eindruck ausschlaggebend in vielen Lebenssituationen, so auch an diesem Nachmittag. Als wir den Pier verließen, sammelte Koh Rong Sanloem auf jeden Fall keine Pluspunkte. Khmer New Year war immer noch in vollem Gange und sorgte für ausreichend Plastiktüten, Bierdosen und sonstigen Müll im Wasser sowie auf dem Hauptweg der Bucht. Der Weg zu unserem Hostel führte uns parallel zur Küste über eine kleine Brücke, deren überquerter Tümpel die lokale Müllsammelstelle zu sein schien.

Unser Hostel Coast 23 lag unmittelbar hinter der Brücke und machte keinen wirklich besseren 1. Eindruck. Naja, wir hatten leider bereits zwei Nächte im 12er Dorm gebucht und waren zu sparsam nochmals ein paar Dollar für eine bessere Unterkunft auszugeben. Offensichtlich wurde das Hostel von Europäern geführt, die aber, wie so viele Auswanderer in Kambodscha, die Marotten der Einheimischen annehmen und gefühlt den ganzen Tag in der Hängematte fläzen und nichts tun. Es gab keine Sitzmöglichkeiten, der Eingangsbereich war wenig einladend (ein Chaos an Klamotten) und die Küche, wenn man dies so nennen konnte, hätte eine Generalüberholung benötigt, sofern hätte gekocht werden sollen. Hinzu kommt, dass wir dieses Hostel ausgewählt hatten, um Oma Claus am Ostersonntag zum 93. Geburtstag gratulieren zu können. Auf Kathis Nachfrage, wie das Passwort des WLAN’s lautete, kam nur die patzige Antwort: „Es gibt kein WLAN. Nur wenn wir einen Hotspot über das Handy freischalten, aber das machen wir selten.“ Dass wir deshalb hier abgestiegen und jetzt verärgert waren, juckte die Frau wenig. Es wird mit etwas geworben, was nicht vorhanden ist. Hier sollte der Verbraucherschutz mal vorbeischauen. Das Grundstück an sich war wirklich schön, nur die Mieter anscheinend nicht gewillt es aufzubereiten. Uns stört an diesen Menschen ganz besonders, dass keine Skrupel vorhanden sind und trotzdem zu hohe Preise verlangt werden. Für 7$/Nacht/Nase haben wir schon in „Luxushostels“ geschlafen, aber im Coast 23 gibt es keinen Grund für diesen Preis. Ärgerlich…Wir haben den Rest des Tages dann genutzt, um uns nach anderen Hostels umzuschauen, da wir das Inselflair noch nicht verlieren wollten. Fündig wurden wir dann in einem Hostel namens „The Drift“, welches von einem wirklich super coolen Dänen geführt wird. Dieser vertritt eher unsere Einstellung und wirbt zum Beispiel mit „One Ricebag full of Rubbish à One free Beer!“ Man wird also noch belohnt, wenn man etwas für die Umwelt tut und auf der Insel Müll einsammeln geht 😊 Und auch sonst, hat er sich einiges bei seinem Hostel gedacht: Bei jeder Übernachtung geht 1$ an eine soziale Kinderhilfsorganisation für die er schon über 15000$ innerhalb von 3 Jahren gesammelt hat! Super Typ…sowas unterstützt man doch gern!

Am nächsten Tag sind wir früh aufgebrochen, um Kayaks zu ergattern, mit denen wir die umliegenden Strände leichter erreichen konnten. Glück gehabt, es gab noch genau 2 Kayaks und 3 Paddeln. Unser 1. Ziel war die gegenüberliegende „Snake Island“ auf der alle giftige Schlangen von Koh Ron ausgesetzt werden. Tim, unser Schweizer, hatte uns dort eine einsame Bucht empfohlen. Leider wurden wir wieder mit angespültem Müll konfrontiert, sodass wir nur um die Insel herumpaddelten und immer mal wieder Halt zum Schnorcheln machten. Unglaublich wie riesig hier die Seeigel sind. Wirklich wieder einmal eine atemberaubende Natur. Weiter ging es zur vielversprechenden „Clearwater Bay“. Hier hatten wir diesmal nicht zu viel erwartet…das Wasser war wirklich strahlend Blau und sooooo klar. Endlich hatten wir unseren Traumstrand gefunden. Dort erholten wir uns ein wenig bevor wir zum Sonnenuntergang zurück zu unserer M’Pai Bay paddelten. Wir beendeten den Tag also mit einer 45-minütigen Paddeleinheit, die unsere Arme gut forderte.

Die nächsten beiden Tage verbrachten wir am naheliegenden „Eco Beach“, welcher nicht viel weniger zu bieten hatte als die Clearwater Bay. Wir lasen, entspannten und ließen uns von den Sandflies ärgern. Nora hatte es am ersten Abend so schlimm erwischt, dass man fast keine freien Hautpartien ohne Stiche an der Wade sah. Ich (Kathi) hatte mich mit Autan, langer Hose und Longsleeve bei 35° davor gewappnet. Auch nachts konnte man ohne Mückennetze dort quasi nicht überleben. Nori hatte am ersten Tag den Fehler gemacht, das vorhandene Netz nicht nochmal von innen auf Mücken zu überprüfen und wachte am nächsten Tag mit tausenden Stichen auf. Der Übeltäter war schnell gefunden und terminiert worden. Von nun an wurde meine akribische Suche innerhalb des Netzes übernommen. So lagen wir abends beide mit unseren Handys im Bett und leuchteten das ganze Netz nach diesen blöden Viechern ab. Wir sind wahrhaft stolz, dass wir es trotz dieser Plage dort solange ausgehalten haben.

Am 4. Tag machten wir gemeinsam mit den Bloggern Jessie und Daniel und den Schweizern Gina und Thomas einen Ausflug mit dem Boot zum „Saracen Beach“. Auch hier wurden wir mit türkisfarbenem Wasser und weißem Sandstrand überrascht. Eine wunderschöne Bucht bei der man in kleinen Bungalows direkt am Strand übernachten konnte. Hier wäre es allerdings zu teuer für uns gewesen. Entlang des Strandes standen Schaukeln im Wasser, die die Kulisse noch paradiesischer machten. Von diesem Strand aus hätte man auch einen Leuchtturm besuchen können. Allerdings hätte man dafür 1-1 ½ Std. durch den Dschungel wandern müssen, was uns persönlich zu heiß war. Wir entspannten und unterhielten uns alle im Schatten der schönen Bucht. Jessie und Daniel haben uns einige Anekdoten aus ihrem Afrikaurlaub erzählt und wir konnten ihnen ein paar Tipps für Vietnam geben.

Um 17h holte uns dann das Boot wieder ab und zurück ging es zu unserer Bucht. Kulinarisch hatte die Insel bis zum 4. Tag auf der Insel nichts zu bieten, da viele der Restaurants aufgrund des Khmer New Year geschlossen hatten, da sie nicht mit Lebensmitteln versorgt worden waren. Dies sollte sich an diesem Abend ändern. Die ganze „Saracen Beach Crew“ ging gemeinsam im Fishing Hut essen. Es gab eine große Auswahl an veganen Gerichten für unsere Blogger und auch Fleisch vom BBQ für alle anderen. Für 6$ konnte man so viel essen, wie man mag. Jedes verschwendete Essen sollte jedoch mit 5$ Strafe geahndet werden. Auch hier unterstütze die Besitzer einen guten Zweck, die Trinkgelder oder Strafen wurden an ein lokales Sozialprojekt gespendet, welches für die medizinische Versorgung der Locals sorgt.

Die nächsten Tage verbrachten wir damit noch einmal zur Clearwater Bay zu Hiken, wobei der Weg dorthin eine knappe Stunde durch den Jungle verlief (nicht mit Flip Flops zu empfehlen 😉). Auch am letzten Tag genossen wir noch einmal das Strandfeeling und unser All you can eat im Fishing Hut. Wie ihr sicherlich bemerkt habt, sind die Preise hier nicht gerade niedrig…naja allgemein war Kabodscha nicht so günstig, wie wir es wartet hatten, aber auf der Insel hat es alles noch einmal getoppt. Deswegen waren wir etwas froh auch wieder in Richtung Festland zu kommen, auf dem man immer günstiges und leckeres Streetfood findet.

Am 21.4. setzten wir dann mit einer Stunde Verspätung über nach Sihanoukville. Für uns sollte es ins einsame an der Küste gelegene „Monkey Maya“, 20 km außerhalb von Sihanoukville gehen. Schon auf der Fahrt hin zum Hostel bemerkten wir, dass wirklich nichts fußläufig von der Unterkunft aus zu erreichen war, was für uns bedeutete, dass wir auf das Essen im Monkey Maya angewiesen sein würden, aber ok…erstmal abwarten. Die Lage des Hostels war wirklich wunderschön. Etwas höher gelegen konnte man direkt auf das Meer schauen und beim Essen die Natur drumherum genießen. Aber um beim Essen zu bleiben…auch hier war es wieder ziemlich teuer (fast europäische Preise) und da wir ja auf das Essen angewiesen waren, hätte wir die Preise zahlen müssen. Da uns aber auch die ganzen Mosquitos und Sandflies auf die Nerven gingen und unsere Körper nach gekühlten Räume schmachteten, entschieden wir uns dafür nur eine Nacht zu bleiben und uns dann auf den Weg nach Phnom Penh zu machen. Von dort aus geht nämlich unser Flieger am 25.4. nach Chiang Mai.

Angekommen in Phnom Penh genossen wir die gekühlten Zimmer und den hostel-eigenen Pool. Auch unser geliebtes Streetfood hatten wir zurück…für gerade einmal 2 Euro gab es sehr saftige Rippchen, frittierten Thunfisch, Reis, Ei und ein Getränk. Wir waren zurück im Food-Heaven 😊 Die drei letzten Tage in Kamodscha verbrachten wir am Pool und versuchten den Blog-Workload wieder aufzuholen, den wir auf der Insel haben schleifen lassen…vergeblich.

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