14.03.2017 Voll bepackt mit schweren Sachen, die das Fahren schweren machen, hinein in’s weekend feeling

Geschrieben in Kon Tum im gemütlichen Eve Café während eines Schauers😉

Endlich: Die Pferde waren wieder gesattelt. Zwei Reiter mit zwei Backpacks.

Es sollte eine toughe Aufgabe für die beiden roten Hengste werden. Unser Tagesziel war Hoi An, ca. 130km entfernt; Dauer 3h. Nach einigen Besorgungen (Werkzeug, Öl etc.) und einer Lost and Found Aktion von Schorsch und mir (Wir haben abwechselnd John im Verkehr verloren. Schorsch ganz am Schluss und trudelte 15 Minuten später im Hostel ein😃), röhrten unsere roten Hengste endlich auf heißem Asphalt auf. Mit Jack Johnson im Ohr, wir hatten eine Box am Motorrad befestigt, cruisten wir Beginn über eine sehr schöne Autobahn. Die LKW nehmen wirklich Rücksicht auf die Zweiräder…pfff! Doch dann nahm Kathi’s und meine Maschine kein Gas mehr an. Wir hielten auf dem Standstreifen und sahen schon nicht wenige Öltropfen aus dem Motorblock tropfen. Mein erster Gedanke war: Na klasse, keine 40km auf flacher Straße und schon sind wir das erste Mal liegen geblieben. Rechnet man das auf die 1200km hoch…lieber nicht! Zum Glück war auf der Gegenüberliegenden Straßenseite ein Mechaniker, der uns half. Ruck Zuck war das vermeintliche Problem gefunden. Eine undichte Dichtung. Achso, da wären wir natürlich im Leben nicht drauf gekommen, dass eine Dichtung die Ursache dafür war, aber wie will man sich verständigen. Also baute er den Deckel der Lichtmaschine wieder zusammen, und goss prompt unseren 800ml Ölkanister in den kleinen Motor. Wir stutzen, da ich so viel Öl auf keinen Fall verloren hatte, aber er wird’s schon wissen.

We hit the road again, aber nur für 12km. War ja auch klar. Ein schönes Beispiel für die Überzeugung der Vietnamesen in ihre waschechten Mechaniker. Für den Augenblick wird alles hergerichtet und dann heißt es immer: „Ok, ok. Do not worry. You don’t need this. Don‘t worry.“ Natürlich wirst Du auch noch über’s Ohr gehauen, weil du den doppelten Preis für eine Reparatur zahlst, die in Deutschland ganz eindeutig als Betrug bezeichnet werden würde. Zurück zum eigentlichen Problem. Plötzlich hörte ich hinter mir: „Timo, Timo. Da kommt was Heißes raus!“ Wir hielten rechts am Straßenrand und sahen nur, wie nach wenigen Augenblicken ein Ölsee auf der Straße unter dem Moped entstanden war. Mit ein paar Schraubenschlüsseln und Kaugummi lässt sich das bestimmt nicht flicken. Wie die Stimmung war, kann man sich ja ausmalen. Die Mädels, die eh Bedenken hatten, waren nicht sauer, aber man merkte Schon leichten Unmut😉. Wir wussten nicht so richtig, was zu Tun war. Zeit zum Überlegen hatten wir aber auch nicht, weil ein Easy Rider (Einheimische, die Touristen mit eigenen Bikes durch die Gegend fahren) vom Berg auskommend bei uns anhielt. Er schaute sich das Moped an und schraubte ein bisschen rum. Dann hielt noch ein Easy Rider an und sie philosophierten über das mögliche Problem. Nach erneuten 800ml Öl und einem neuen Simmering kamen Quyinh (der erste Easy Rider in unserem Alter oder jünger) und Quonh (der zweite Easy Rider ca. 40 Jahre alt) zu dem Schluss, dass wir in Lan Co übernachten sollten. Es dämmerte bereits. Während Quynh und ich Öl und Simmering besorgt hatten, hat sich Quonh über die schlechte Qualität der Maschine ausgelassen. Es sei eine chinesische Kopie und und und. Wie auch immer. Quynh kannte John aus Hué und konnte ihm von unserer Misere berichten. John bot auf unser Drängen hin an, ein anderes Bike nach Lan Co zu bringen.

 

Quonh verlangte nachdem er das Motorrad getestet hatte und es keinen Deut besser lief als vorher schlappe 300.000 VND. Mit welcher Selbstverständlichkeit er das Geld forderte fanden wir unverschämt. Wir hatten zu Beginn keine Möglichkeit zu fragen, was er für seine Hilfe haben möchte. Zumal war das Motorrad nicht fahrtauglich. Unsere Laune hatte sich im Laufe der Zeit wieder gehoben, weil wir so nett unterstützt wurden und die Aussicht auch einmalig war. Aber so eine krumme Aktion ist wirklich nicht notwendig. Quyinh und Qhonh brachten uns zu einem Hotel. Quynh hatte sich einen kleinen Obolus wirklich verdient, aber die 100.000 VND lehnte er mit den Worten: „Ich helfe gerne und möchte dafür kein Geld. Es gibt auch diejenigen, die das voll ausnutzen und sich von den Touris gut bezahlen lassen. Quonh ist so einer.“ ab. Ganz ohne Dankeschön wollten wir Quynh aber nicht von Dannen ziehen lassen und luden ihn zum Essen ein. Er führte uns in ein Fischrestaurant, in dem es angeblich den besten Fisch der Umgebung geben sollt. Wir fielen fast hinten rüber als wir die Preise sahen, aber Quynh sagte wir brauchen uns keine Sorgen machen, da wir mit ihm hier sind und wir die Preise der Einheimischen zahlen. Natürlich war uns dieses Gerücht bekannt, aber dass die Preise zum Teil 3 mal so hoch sind hätte ich nie für möglich gehalten. Jetzt werde ich erst recht ein wenig feilschen, wenn man so offensichtlich ausgepumpt wird. Wir haben doch keinen Goldesel dabei.

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