06.03.2017 The Big Loop I

Geschrieben im Bus von Paksé nach Hué, Vietnam (geplante Fahrtzeit ca. 12h)

Frühstück im Vida Café mit einer weiteren Deutschen namens Meike. Wir hatten sie am Vorabend bei Yves kennengelernt. Ihr hat man, so als kleine Anekdote zwischendurch, damit es nicht langweilig wird😊 , alle Dokumente inkl. aller Kreditkarten etc. gestohlen. Sie hatte also nichts mehr und konnte sich von einer netten Reisenden Geld für neue Dokumente leihen. Wir klopfen auf Holz, dass wir verschont bleiben! Im Anschluss an die Bolaven-Tour steht für die dezimierte Reisegruppe Vietnam auf dem Plan. Das Visum kann aber nur bei Lufteinreise, also Fluchzeuch, bei Ankunft ausgestellt werden. Für über Land Einreisende ist ein Besuch in der vietnamesischen Botschaft Pflicht. Diesen Pflichtbesuch stellten wir nach dem Frühstück an und sollten nach 50 USD/Person und 3 Tagen Bearbeitungszeit ein gültiges Visum erhalten. Yves bot sich an die Visa in unserem Namen abzuholen. Jetzt aber los! Mit einer Wechselunterbuchse für alle 4 traten wir unsere Reise mit gutem Equipment an. Der Asphalt hatte uns zurück. Der erste geplante Stopp lag auf dem nach Norden führenden Teil des Loops. Der Tad Pasuam hatte über einige tausend Jahre den umliegenden Stein gleichmäßig abgetragen.

Weiter gen Norden lag auf der linken Seite der Straße eine unscheinbare „Einfahrt“.  Weiter hinten betreibt Mr. Vieng eine Kaffeeplantage mit ökologischem Anbau. Schorsch’s Riechkolben ist nebenbei bemerkt immer auf der Suche nach gutem Kaffee. Für gewöhnlich trinken die Laoten einen sehr süßen Kaffee, mit dicker Kondensmilch. Eigentlich ganz lecker, aber Schorsch schwört auf den guten, deutschen Filterkaffee. Kaffee mit Stil😃. Aus der Arabica, Liberica und Bla Bla Bla Bohne konnte man sich einen frisch gepressten Kaffee aussuchen. Alle freuten sich über eine kurze Verschnaufpause und auf etwas Flüssiges. Ebenfalls anwesend waren Michael, 35, mit seiner Lebensgefährtin Kerstin, 37, aus dem Schwabenländle. Die beiden Altenpfleger haben gekündigt und tingeln jetzt durch die Welt und verdienen ein wenig Geld als Tauchlehrer. Wir kamen sehr nett ins Gespräch und trennten uns leider wieder, als die beiden weiter nach Tad Loh fahren wollten. Da wir ja nicht nur stupide durch die Länder reisen, sondern einen Bildungsurlaub angedacht haben, mussten wir eine kleine Führung über die Plantag von Mr. Vieng wahrnehmen. Eine Gelegenheit die Geheimnisse des Kaffeeanbauens aus nächster Nähe zu erkunden. Was man braucht sind ein bisschen verdörrtes Land und Wasser. Kann so einfach sein…so wirkte es zumindest. Denn der Boden war rissig und sah alles andere als nährstoffhaltig aus. Mr. Vieng zeigte uns die Entwicklungsstadien der Bohnen, wann welche Sorte erntereif sei und welche Bohnen gut bzw. schlecht sind.

Die Weiterfahrt nach Tad Loh war nicht spektakulär. Eine asphaltierte Straße mit Schlaglöchern und anderen Gefahrenquellen führte durch kleine Dörfer, vorbei an spielenden Kindern auf Schulhöfen und jeder Menge Müll. Am späten Nachmittag erreichten wir mit einem kleinen Hüngerchen Tad Loh ganz im Norden des Plateaus. („Der Busfahrer fährt wie …“ kommt mitten beim Schreiben von Kathi, die sich über den Busfahrer auslässt). Wir checkten in unsere Hütte  mit Blick auf einen Wasserfall ein. Leider getrennt, Schorsch und Nora bekamen die Businessvariante mit zwei  getrennten Queensizebetten, Kathi und ich ein Bett. Beide Hütten hatten Blick auf den Wasserfall:

Schnell fanden wir ein kleines Familienrestaurant mit sehr leckerem Essen. Dass man in Laos nicht gemeinsam mit seinen Tischnachbarn isst, dient nicht mehr als Gesprächsthema…aber zum schmunzeln bringt es mich dennoch jedes Mal. Auf dem Rückweg in die Hüttchen trafen wir Meike wieder, leicht aufgeregt und immer wieder zu zwei Jungs auf Rollern, ebenfalls Reisende, zeigend. Wie sich nachher rausstellte hatte sie sich auf dem Loop verfahren und wurde von den beiden Briten aufgelesen und mitgenommen. Wir boten ihr an in dem freien Bett von Nora und Schorsch zu übernachten und sie nahm es dankend an. So verbrachten wir den Abend gemeinsam, bevor wir uns am nächsten Morgen endgültig verabschieden mussten. Da wir tagsüber aber nicht viel von den in der Umgebung liegenden Wasserfällen auskundschaften konnten, beschlossen wir spontan eine Nacht länger in Tad Loh zu verweilen. Hinzu kam, dass Björn sich auch noch nach Tad Loh hat fahren lassen und wir ihn so noch einmal wiedersehen konnten.

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